Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Studie: Musikstreaming schadet massiv der Umwelt

Heute in TechTäglich: Die Produktion von Vinyl-Scheiben und CDs belastet die Umwelt enorm. Doch das Streamen von Musiksongs sorgt ebenfalls für eine erschreckende Energie-Bilanz. Das zeigt eine neue Studie.
wuv.png
© W&V

Hätten Sie es gewusst? Eine Schallplatte hat einen zwölfmal so hohen ökologischen Fußabdruck wie eine CD. Ein besorgniserregender Wert. Aber man könnte denken: Gottseidank streamen inzwischen 487 Millionen Menschen weltweit Songs. Sollten wir am besten also nur noch streamen, um der Umwelt nicht zu schaden? Denkste…

Sharon George, Leitende Dozentin für ökologische Nachhaltigkeit an der Keele University in Newcastle, hat laut einem Report des Portals NewStatesman untersucht, welche Emissionen anfallen, wenn Dienste wie Spotify oder Apple Music massiv genutzt werden. Vorweg: Server- und Service-Kosten sind mit CO2-Ausstoß verbunden. Die endlosen Festplatten in Serverfarmen weltweit benötigen größte Energiemengen, um die Server zu betreiben und sie zu kühlen. Die Daten werden dann durch unterirdische Kabel, die auch auf dem Meeresgrund verlegt werden, in lokale Netze befördert. Auch das erhöht den Energieverbrauch massiv. 

Die US-Musikindustrie verballerte 2016 im Vergleich zu 1977 45 Prozent mehr CO2, nämlich über 200.000 Tonnen. Streaming-Dienste wirken ökologisch schlechter, wenn ein Album fünf Stunden oder länger gehört wird.

Eine erschreckende Zahl: Der ökologische Fußabdruck des Streamings der Single "Drivers License" von Olivia Rodrigo seit Januar 2021 ist vergleichbar mit 4000 Flügen zwischen London und New York – oder der jährlichen Emission von 500 Menschen in Großbritannien.

Eine Stunde Streaming entspricht einem 55-Gramm-CO2-Äquivalent. CDs setzen sogar zwei Kilogramm CO2 pro Einheit frei. Doch die enorme Zunahme unseres Musikkonsums macht diese Einsparungen mehr als wett. Professor Kyle Devine von der Uni Oslo ermittelte, dass die Kohlenstoffemissionen von Tonträgern allein in den USA zwischen 1977 und 2016 um 45 Prozent auf über 200.000 Tonnen pro Jahr anstiegen. Satte 94 Prozent entfielen dabei auf digitale Musikformate.

Neueste Schätzungen der Newcastler Dozentin George zeigen: Das Anhören eines Albums über eine Streaming-Plattform für nur fünf Stunden entspricht in Bezug auf den Kohlenstoffausstoß dem Plastik einer physischen CD. Die vergleichbare Zeit für eine Vinyl-Schallplatte liegt bei 17 Stunden. Das Herunterladen eines Albums, das man wiederholt anhören will, auf eine lokale Festplatte sei daher "energieeffizienter als mehrfaches Streaming".

In diesem Zusammenhang kritisieren die Wissenschaftler auch die ausufernden Tourneen von Künstlern. In Bezug auf unser Klima hat dieses Business noch einen weitaus größeren Kohlenstoff-Fußabdruck als das Streamen.

Außerdem am heutigen 7.12. in TechTäglich:

Alle Apple-Pläne für 2022 enthüllt

Das erste Weltraum-Bier im Geschmacks-Test

Ooono-Scheibe: Nie mehr Strafzettel kassieren

Shot on iPhone: Immer mehr User imitieren Apple

Neueste Beiträge

KI im Reisevertrieb
WuV Community Icon Berge & Meer: Mit dem Chatbot zu mehr Conversions
Beim Reiseveranstalter Berge & Meer buchen Nutzer des KI-Chats häufiger und mit höheren Warenkörben als andere Besucher. IT-Chef Alexander Ramseger erklärt, was sich daraus ableiten lässt und was bislang offenbleibt.
7 Minuten
30. Okt 2026
Mediamanagement
WuV Community Icon Warum der Mediaplan mit KI-Agenten beweglicher wird
In den meisten Unternehmen wird das Media-Budget noch immer einmal im Jahr verteilt – auf Basis von Vorjahreswerten, Agenturempfehlungen und Erfahrung. Gleichzeitig ändern sich Preise, Reichweiten und Nachfrage im Tagesrhythmus. Datengetriebene Modelle und KI-Agenten versprechen, diese Lücke zu schließen. Doch bevor Agenten Budgets verschieben können, müssen Werbungtreibende ein älteres Problem lösen: Sie wissen oft nicht genau, was ihre Werbung wirklich kostet und was sie bewirkt.
6 Minuten
Sportstreaming & Werbung
WuV Community Icon Warum die Zukunft des Live-Sports nicht nur im Abo liegt
Sportfans brauchen für alle Spiele ihres Lieblingsvereins heute oft mehrere Abos. Gleichzeitig läuft immer mehr Live-Sport kostenlos und werbefinanziert.  Bérangère Degni-Rezé, Head of TV Plus EMEA bei Samsung Ads, erklärt, wer einschaltet und was Marken davon haben.
9 Minuten
30. Okt 2026

Das könnte dich auch interessieren

Studie
Die 10 liebsten Mineralwassermarken der Deutschen
Nur Kaffee trinken die Deutschen häufiger als Wasser. MDR-Werbung (MDRW) und das IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung haben ermittelt, wer was trinkt und welche Marken am beliebtesten sind.
3 Minuten
24. Mär 2016
TechTäglich
Liste: Die beliebtesten Vinyl-Platten aller Zeiten
Heute in TechTäglich: Das Portal money.co.uk und die Musikdatenbank Discogs haben aktuell ein spannendes Ranking erstellt. Welche Schallplatten sind weltweit besonders populär? Überraschung: Die Stones fehlen.
3 Minuten
Führungswechsel
Kapten & Son: Die Gründer treten ab
Der Uhrenhersteller Kapten & Son bekommt neue Chefs: Alexander Glörfeld und Marian Paul übernehmen die Geschäftsführung. Die Gründer treten ab und kümmern sich um neue Aufgaben innerhalb der Gruppe.
3 Minuten
12. Nov 2020
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige