Eine Stunde Streaming entspricht einem 55-Gramm-CO2-Äquivalent. CDs setzen sogar zwei Kilogramm CO2 pro Einheit frei. Doch die enorme Zunahme unseres Musikkonsums macht diese Einsparungen mehr als wett. Professor Kyle Devine von der Uni Oslo ermittelte, dass die Kohlenstoffemissionen von Tonträgern allein in den USA zwischen 1977 und 2016 um 45 Prozent auf über 200.000 Tonnen pro Jahr anstiegen. Satte 94 Prozent entfielen dabei auf digitale Musikformate.

Neueste Schätzungen der Newcastler Dozentin George zeigen: Das Anhören eines Albums über eine Streaming-Plattform für nur fünf Stunden entspricht in Bezug auf den Kohlenstoffausstoß dem Plastik einer physischen CD. Die vergleichbare Zeit für eine Vinyl-Schallplatte liegt bei 17 Stunden. Das Herunterladen eines Albums, das man wiederholt anhören will, auf eine lokale Festplatte sei daher "energieeffizienter als mehrfaches Streaming".

In diesem Zusammenhang kritisieren die Wissenschaftler auch die ausufernden Tourneen von Künstlern. In Bezug auf unser Klima hat dieses Business noch einen weitaus größeren Kohlenstoff-Fußabdruck als das Streamen.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.