14. Aug 2026
Lesedauer 7 Min.
Gastbeitrag
Das Effizienzparadox: Warum KI die Kreativwirtschaft aufwertet
Generative KI macht die Ausführung kreativer Arbeit zunehmend zur Massenware, wertvoll wird stattdessen die Frage, was überhaupt entstehen soll. Markenexpertin Gemma Vallet erklärt, warum das klassische Stundenhonorar der Agenturen damit an seine Grenzen stößt und wieso gerade Europas kulturelle Vielfalt im KI-Zeitalter zum Wettbewerbsvorteil werden kann.
Jede wirtschaftliche Revolution verschiebt Knappheiten. Die Industrialisierung machte Produktion skalierbar, die Digitalisierung Information zugänglich. Künstliche Intelligenz macht nun die Ausführung zunehmend zur Massenware und zwingt die Kreativwirtschaft zu der Frage, wo ihr eigentlicher Wert liegt. Jahrzehntelang galt: Ideen waren wertvoll, weil ihre Umsetzung teuer war. Internationale Kampagnen erforderten unter anderem Strateg:innen, Texter:innen, Designer:innen, und Produzent:innen. Die Ausführung war nicht nur das Ende des kreativen Prozesses, sondern sein ökonomischer Motor.