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DAZN & Co. machen Fußballfans zu Piraten

Ruckelnde oder komplett ausgefallene Streams gehören zum neuen Fußball-Alltag – nicht nur in Deutschland bei SkyGo oder DAZN. Die technischen Probleme treiben Fußballfans scharenweise zu illegalen Übertragungen.
© W&V

DAZN & Co. machen Fußballfans zu Piraten

Deutsche Zuschauer kennen das Problem nur zu gut. Seit Fußball zunehmend nicht mehr im "richtigen" Fernsehen läuft, sondern gestreamt wird, haben die Sender Probleme mit den Übertragungen. SkyGo ruckelt und stockt seit gut zehn Jahren. DAZN verärgert seine Kunden trotz verdoppeltem Abopreis immer wieder mit dubiosen Fehlermeldungen wie "10-000-000". Und auch Amazon hat bisweilen Aussetzer – hoffentlich klappt's morgen bei Bayern gegen Barcelona besser. Das Problem ist aber nicht auf Deutschland mit seinem teils schlecht ausgebauten Internet beschränkt. Wie Torrentfreak und Standard jetzt berichten, gibt es auch in Spanien, Italien oder Frankreich Ausfälle, die viele Fans in die Hände von Streamingpiraten treiben.

Champions-League-Ärger bei Canal+

Torrentfreak schreibt: "Fußballfans werden zu Piraten, da ein weiterer legaler Streamingdienst abstürzt." Der Standard drückt es so aus: "Probleme mit legalem Streaming treiben Fußballfans zu Piraten-Portalen." In Spanien haben DAZN und Movistar+ Probleme bei Übertragungen der Primera División. In Italien läuft es für DAZN und seine Kunden in der Serie A holprig. Und letzte Woche konnten viele Abonnenten von Canal+ in Frankreich das 2:1 von PSG gegen Juventus gar nicht oder nur eingeschränkt sehen.

"Warum sollte ich bezahlen?"

Folge: Radio France entdeckte bei einer Stichprobe während des PSG-Spiels auf Twitter illegale Livestreams, die von bis zu 50.000 Nutzern gesehen wurden. Auf Telegram waren es bis zu 45.000. Gerade Twitter versucht zwar immer wieder, die Streams zu blocken – aber kurz danach geht die Übertragung unter einer anderen Adresse weiter. Ein Nutzer schreibt dazu: "Wenn ich 'PSG Juventus Streaming' auf Google eingebe, finde ich in weniger als einer Minute einen kostenlosen Stream in HD-Qualität. Warum, frage ich, sollte ich bezahlen?" Der Standard warnt: "Die Zahlen, so folgert Torrentfreak, legen nahe, dass zahlreiche User, die für eine legale Übertragung zahlen, nicht gewillt sind, lange auf die Lösung technischer Probleme zu warten. Sie sind durchaus bereit, Angebote von Streamingpiraten zu verwenden, wenn deren Service besser funktioniert als ihr Bezahldienst." Fazit für DAZN & Co.: Gegen illegales Streaming helfen keine Sperren und Filter – sondern vor allem zuverlässige, stabile und hochwertige Übertragungen.

Das sind die Themen von TechTäglich am 12. September 2022:

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