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Lesedauer 6 Min.

XXL-Test: 7 Tage mit dem iPhone 14 Pro Max

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem XXL-Test des neuen iPhone 14 Pro Max und der nächsten Nintendo Switch.
© W&V

Für 2099 Euro würde manch einer ein Motorrad kaufen. So viel kostet aber das neue iPhone 14 Pro Max in der höchsten Konfiguration. Typisches Nerd-Verhalten: Mein iPhone 13 Pro Max aus dem Jahr 2021 läuft noch rund, und doch war ich gespannt auf das neue Modell. 

Das sind meine Eindrücke nach einem ausführlichen 7-Tage-Test.  

Die Einrichtung

Ich weiß, viele User haben beim Datentransfer vom alten zum neuen iPhone gerade große Probleme. Ich kann durchatmen. Der Schnelltransfer hat bei mir zu 100 Prozent funktioniert. Beide Geräte nebeneinandergelegt, nach 2,5 Stunden war alles erledigt. Aber das Überspielen sollte besser am späten Abend erledigt werden, im täglichen Arbeitsbetrieb ist das Prozedere nicht zu empfehlen.

Always-on, brauche ich das?

Bis zuletzt dachte ich: nein. Gesehen habe ich es schon vor Jahren auf Android-Smartphones. Vermisst habe ich es nie. Seitdem ich das neue 14 Pro Max nutze, merke ich aber, wie komfortabel diese Option ist.

Apple hat es auch clever gemacht. Das Display ist deutlich weniger abgedunkelt als bei der Konkurrenz. 500 Nits gibt Apple an. Das reicht für schnelle Infos ohne Interaktion mit meinem iPhone 14 Pro Max. Die Widgets sind abgedunkelt gut lesbar, andererseits nervt der Bildschirm im abgedunkelten Zustand nicht meine Mitmenschen, wenn er offen auf dem Tisch liegt.

Die Umsetzung von Apple ist auch auf andere Weise schlau und besser als bei bisher bekannten Always-on-Displays: Das Pro erkennt die Umgebung. Wenn ich es in die Tasche packe, spart es Strom und schaltet sich ab. Auch im Nacht- und im Schlafen-Modus schaltet es ab und leuchtet nicht, das gefällt mir.

Bin ich reif für Dynamic Island?

Da hat Apple alle Leaker überrascht. Von einer Dynamic Island war nie die Rede in den Vorab-Leaks. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das eine lang geplante Entscheidung war – oder ein cleverer aus der Not geborener Kniff, auf die Notch zu verzichten. Apple denkt das Loch, das Samsung schon lange ungenutzt lässt, neu und zeigt dort interaktiv Infos an. Stecke ich das Ladekabel ein, zeigt Dynamic Island den Akkustand als schmale längliche Animation. Gleiches gilt fürs Aufziehen der AirPods, FaceID oder eingehende Anrufe. Oder die Titelanzeige von Apple Music oder Spotify.

Auch zwei Nutzungsoptionen sind möglich. Die Island trennt sie optisch. Das ist logisch gedacht. So wird aus der etwas seltsamen Notch ein neuer "Mini-Schirm" mit praktischem Nutzen. Da ich das 14 Pro Max erst sieben Tage nutze, wage ich noch keinen Ausblick, ob ich Dynamic Island auf Dauer nutzen werde. Drittanbieter-Apps müssen jetzt schnell Anpassungen liefern. Einige Apps sehen aufgrund der Dynamic Island oben jetzt hässlich aus. Apple hat nur wenige Entwickler vorab informiert, dass die Dynamic Island kommt. Man wollte den Überraschungseffekt beim Event wohl nicht kaputtmachen. Aber lange dürfen sich die Entwickler nicht Zeit lassen, Updates müssen her, sonst wird die ursprünglich gute Idee ein Ärgernis, wenn es ein Jahr dauert, bis meine wichtigsten Apps das Problem adressieren.

Das Design, die Optik

Apple hat den Handschmeichler seit dem iPhone 12 nicht mehr verändert, das ist auch nicht nötig. Edelstahlrahmen und Glasrückseite, das passt. Der Formfaktor wirkt weiter zeitgemäß.

 

Der Prozessor und der Akku

Der neue A16 ist dem Pro-Modell vorbehalten, im 14 und 14 Plus verbaut Apple den "alten" A15. Benchmark-Tests zeigen eine Steigerung von bis zu 25 Prozent. Der Chip verbraucht laut Apple weniger Strom als der A15.

Zum Akku selbst kann ich nach ein paar Tagen sagen: Über Nacht aufgeladen, hält der Akku bis zum späteren Abend bei häufiger Nutzung. iOS 16 macht da keine Probleme. Eher beklagen sich gerade Nutzer älterer iPhones darüber, dass iOS 16 die Akkulaufleistung erheblich drückt. 

Die Kamera

Apple hat den Bildsensor um zwei Drittel vergrößert, dem 14 Pro Max einen neuen Kamera-Aufbau und ein Upgrade für die Software zur Nachbereitung ("Photonic Engine") spendiert, um auch bei schlechtem Licht bessere Fotos zu ermöglichen. Das soll für mehr Details sorgen. Ein Mehrwert ist der neue Zweifach-Zoom. Und ganz sicher ist: Im Vergleich zu meinem iPhone 13 (und dem iPhone 13 Pro vor allem) macht das 14 Pro Max bei schwachen Lichtverhältnissen auf jeden Fall bessere Fotos.

Profis werden die ganz kleinen Details vermutlich ausmachen, ich bin kein Profi-Fotograf und würde die Unterschiede auf Anhieb nicht mit bloßem Auge erkennen. Außer bei Aufnahmen mit schwierigen Lichtverhältnissen. Gerade bei Videos unter schwachem Licht finde ich die neue Cam im 14 Pro Max in den ersten Tagen sehr überzeugend.

Der Actionmodus der Kamera, kein Alleinstellungsmerkmal der Pro-Modelle, ist problemlos nutzbar und funktioniert gut. Nichts jedoch, was ich täglich anwerfen werde. Fahre kein Skateboard mehr ;-)

Außerdem kann ich mit dem 14 Pro Max dank 48 MP auch im Format ProRAW fotografieren: Hier kann ich viel weiter zoomen und sehe noch mehr Details der Aufnahme. ProRAW kostet aber massiv Speicherplatz. Keine Dauer-Einstellung, er ist nur für ausgewählte Motive zu empfehlen. Zumal ProRAW-Aufnahmen oft etwas zu detailliert wirken, erst recht bei Aufnahmen mit vollem Tageslicht. Da finde ich Shots ohne ProRAW in den meisten Fällen natürlicher.

 

Was ich beim iPhone 14 Pro Max vermisse

Jammern auf hohem Niveau: Dass die Satelliten-Funktion bisher nicht in Deutschland freigeschaltet wurde. Dass sich das Always-on-Display nicht in anderen Fokus-Einstellungen ausschaltet, sondern den Bildschirm nur mehr abdunkelt.

Der Preis: Tja...

Pro-Features lässt sich Apple bezahlen. Ab 1299 Euro ist das iPhone 14 Pro erhältlich (150 Euro mehr als der Startpreis des 13 Pro übrigens), beim Max starten die Preise erst bei 1449 Euro. Beide Preisuntergrenzen kann man aber ignorieren. 128 GB sind keine Option aus meiner Sicht. Zu wenig Speicherplatz! 256 GB sollten es mindestens sein, abhängig vom Foto- und Datenarchiv auch mehr (1579 Euro). Mein 1 TB ist purer Luxus, das muss ich zugeben. Aber auch 512 GB für 1839 Euro sind eine Ansage.

Mein Fazit

Wenn man vom 13er kommt, wirkt das 14 Pro Max dank Dynamic Island und Always-on-Display wie ein ganz anderes iPhone. Beide Features können den Kauf des neuen Modells durchaus rechtfertigen, wenn man bereit ist, dafür den Preis zu zahlen.

Das iPhone 14 und das erst im Oktober erscheinende 14 Plus liegen featuremäßig deutlich unter den Pro-Modellen. Apples neue Strategie, den Basis-Modellen den "alten" Chip zu verpassen und die Entscheidung, die Pro-Modelle viel besser auszustatten (Chip und genannte Features), spricht – Kleingeld vorausgesetzt – für den Kauf eines 14 Pro (Max). Besonders dann, wenn man von einem älteren Modell, etwa dem 12er oder dem XS kommt.

So teuer wie das 14 Pro (Max) war noch kein iPhone. Wer eher auf den Geldbeutel schauen muss, findet jetzt eine gute Gelegenheit, etwa ein iPhone 13 Pro bei Retailern günstiger zu ordern. Bei Preisen um rund 1000 Euro aufwärts, je nach Ausstattung, bleiben die neuen Features aber außen vor.

Das sind die Themen in TechTäglich am 26.9.2022:

XXL-Test: Eine Woche mit dem iPhone 14 Pro Max

Erster WiFi-Plattenspieler für Sonos

Nemo: Privat-U-Boot für den nächsten Urlaub

Nintendo Switch 2: Endlich neue Details

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