Zum anderen brauche es, um stärker die Interessen kleinerer und mittelgroßer, regionaler und lokaler Verlage zu vertreten, "eine Person beziehungsweise Konstellation an der Spitze, die nicht für ein großes, internationales und sehr digitales Verlagshaus stehe." Dies habe in der Vergangenheit immer wieder zu Missverständnissen geführt. Als Beispiel nennt Döpfner das Leistungsschutzrecht: "Während ich fest überzeugt bin, dass dieses Recht vor allem die Kleineren schützt, behaupten manche, es nütze vor allem den Großen." Dies sei eine unnötige Ablenkung vom Wichtigem. Denn "die Erfolgsfähigkeit im digitalen Journalismus ist unser aller Schicksal".

Daher seien nun andere Strukturen mit mehr Repräsentanz der kleinen und mittleren Verlage notwendig, so Döpfner weiter. Er wende sich jetzt an die Mitglieder, um "mit großer Klarheit den gemeinsamen weiteren Weg bis zur Mitglieder-/Delegiertenversammlung und dem Jahreskongress im September gut und geordnet" vorzubereiten.

Der Verband habe in den zurückliegenden Jahren viel erreicht. Gemeinsamkeit sei immer stärker als Partikularinteressen - vor allem, wenn sie öffentlich ausgetragen würden. Er sei "sehr dankbar für die Unterstützung und Ermutigung, die er in den letzten Monaten und Wochen von den allermeisten Mitgliedern erfahren" habe. Döpfner schließt mit einem Appell: "Lassen Sie uns das nächste Kapitel des BDZV in journalistisch wichtiger Zeit fröhlich und mutig gestalten. Es geht um viel. Um weit mehr als wirtschaftliches Wohl."


Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde