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Lesedauer 3 Min.

Fynn Kliemann: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Bisher war der Skandal um Fynn Kliemann und seine zweifelhaften Maskendeals vor allem ein moralischer. Nun drohen dem Influencer auch strafrechtliche Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Stade hat Ermittlungen wegen Betrugs eingeleitet.
© W&V

Irgendwie hat man es schon kommen sehen, so richtig glauben wollte man es dann doch nicht. Nun ist es offiziell: Nach der großen Enthüllung durch Jan Böhmermann und sein Team um möglicherweise falsch gekennzeichnete Masken wird nun sogar gegen Fynn Kliemann ermittelt. Wie die Wirtschaftswoche zuerst berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Stade gegen den Youtuber und Unternehmer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Kliemann äußerte sich bisher noch nicht dazu.

Möglicherweise wird noch gegen andere Personen ermittelt werden

Es werde unter anderem wegen Betrugsverdachts gegen den Musiker und Geschäftsmann ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte gegenüber der Tagesschau zum aktuellen Stand: "Die Ermittlungen dauern an." Ob es weitere Beschuldigte gebe, werde sich im Laufe des Verfahrens zeigen. Man habe mindestens eine Anzeige gegen Kliemann erhalten. Weitere Details dazu, worauf sich die Ermittlungen genau beziehen, wurden nicht genannt.

Neben seinen öffentlichen Aktivitäten als Youtuber, Musiker, Kliemannsland-Betreiber, Influencer und vielem mehr ist Kliemann als Geschäftsmann an Unternehmen beteiligt und betreibt seinen eigenen Online-Shop "Oderso". Mit in den Skandal verwickelt ist die Textilfirma Global Tactics. Gemeinsam mit dessen Geschäftsführer Tom Illbruck soll Kliemann eine hohe Stückzahl von Masken als "fair" und "in Europa produziert" ausgegeben haben, obwohl sie eigentlich in Bangladesch und Vietnam produziert wurden: 2,3 Millionen Masken sollen in Asien produziert worden sein. Kliemann hatte im Netz jedoch stets den Eindruck erweckt, alle Masken seien in Europa hergestellt. Das steigerte auch die Gewinnspanne: Die Produktionskosten in Asien lagen laut Böhmermann bei 45 Cent je Stück. Großkunden bezahlten dafür ab einem Kauf von 100 Masken 98 Cent pro Stück.

Auch Ron Bielecki geriet ins Visier der Staatsanwaltschaft

Im TV-Beitrag wurde im Wesentlichen die Frage aufgeworfen, ob bei Geschäften der Textilfirma mit einem Großhändler im Jahr 2020 ganz bewusst das Produktionsland verschwiegen wurde. Masken kamen demnach aus Asien statt aus Europa. Bei den Vorwürfen geht es aber auch um fehlerhafte Masken, die angeblich an Geflüchtete gespendet wurden. Nach Bekanntwerden stellten mehrere Partner von Kliemann Kooperationen mit ihm ein, darunter Viva con Agua, Toom, About You, Berentzen.

Wie die Wirtschaftswoche weiterhin berichtet, ist Kliemann derzeit aber nicht der einzige bekannte Youtuber, der ins Visier der Justiz geraten ist. In Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ron Bielecki, der vor zwei Jahren eine Rüge des Werberats für sexistische und herabwürdigende Werbung kassiert hatte. Wie die Behörde auf Anfrage mitteilte, läuft "ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Veranstaltung eines Glücksspiels und der Beteiligung am unerlaubten Glücksspiels". Auch dieser ließ Fragen zu den Vorwürfen unbeantwortet.

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