Serviceplan hat mit Neugeschäft, Investitionen ins Digitalgeschäft und die Internationalisierung ihr eigenes Wachstum geschaffen. Über 350 Etats stehen global auf der Liste mit neuen und verteidigten Etats von Kunden, die die Agenturgruppe mit ihren 24 Häusern der Kommunikation (Serviceplan für Werbung, Plan.Net für Digitales/Technologie und Mediaplus für Media) in Europa, Amerika und Asien sowohl in Einzeldisziplinen wie integriert bedienen kann. In Deutschland gehören dazu unter anderem HSE24, Linkedin, Lufthansa, Calzedonia, Flughafen München, Hans im Glück, Weber Grill und Airbnb.

Haus der Kommunikation, Digitalisierung, Internationalisierung

Über 60 Prozent des Geschäfts macht die Agenturgruppe inzwischen mit Digitalem, die Klassik dagegen schwächselt seit Jahren - eine Folge der Marktentwicklung. Plan.Net und Serviceplan werden trotzdem weiterhin getrennt agieren, auch wenn sie eng zusammenarbeiten und in Deutschland sogar die Kreativagenturen Plan.Net Campaign und Serviceplan Campaign X zusammengelegt wurden. Schule soll das auf Gruppenebene nicht machen.

International ist Serviceplan um 15 Prozent gewachsen, der internationale Honorarumsatz der Gruppe mit ihren 4.200 Mitarbeitern weltweit betrug im vergangenen Geschäftsjahr 105 Mio. Euro (2017/2018: 91 Mio. Euro). Nach der Eröffnung in New York, die nicht reibungslos verlief, will sich Serviceplan auf das bestehende Sortiment konzentrieren, ausbauen, was besteht.

In einem Zusammenhang stehe das aber nicht, sagt Haller. "Aller Anfang ist schwer. New York ist der härteste Werbemarkt der Welt, niemand hat auf Serviceplan gewartet." Natürlich sei der Teamwechsel vor Ort nicht gewollt gewesen, aber so etwas passiere eben. New York soll wie alle Häuser der Kommunikation organisch wachsen; das ist die Devise für 2019/2020. Akquisen wird es nur ausnahmsweise geben.

Kreative Bilanz: Top außer in Cannes und beim ADC

Entspannt blickt der Agenturchef auch auf die Kreativbilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Er sei besonders stolz auf den Titel "Independent Agency of the Year" der New York Festivals. In Frankreich sei Serviceplan Agentur des Jahres geworden, beim Deutschen Mediapreis habe Mediaplus die meisten Preise gewonnen, Plan.Net Platz zwei im BVDW-Ranking erreicht.

Dass es in Cannes nur sechs Löwen waren, beim ADC lediglich für Rang 7 reichte - geschenkt. "Es gibt solche und solche Jahre", sagt Florian Haller, zumal seine Agentur ja nicht nur jedes zweite Jahr einreiche wie Jung von Matt, Scholz & Friends oder Antoni. "Das verzerrt den Wettbewerb."

Vorsichtige Prognosen für 2019/2020

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet die Agentur ein Wachstum von fünf Prozent. Damit gibt Haller bescheidenere Prognosen als vor einem Jahr aus, als er noch mit fünf bis zehn Prozent rechnete. "Mit den Entwicklungen im Markt wären schon fünf Prozent toll", sagt er.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.