The Perfect Match
Jan Paul Schwarz: "Als Kunde kann ich meine Agentur auch kaputt verhandeln"
Bei der Geschäftsanbahnung zwischen Kunde und Agentur kommt es regelmäßig zu Missverständnissen, die am Ende beiden Seiten schaden. Ein schlechtes Briefing zum Beispiel oder falsche Preisvorstellungen. Mit Jan Paul Schwarz, New Business Director von Mother in Berlin, hat unser Kollege Conrad Breyer im W&V-Podcast "The Perfect Pitch" darüber gesprochen, wie sich das Neugeschäft auf beiden Seiten optimieren lässt - zumal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Im Herbst stapeln sich in den Postfächern der Agenturen die Briefings. Die Kunden kommen aus dem Sommerurlaub zurück, planen das nächste Jahr und stellen die Agenturfrage – fast alle gleichzeitig. Da muss selbst eine renommierte Kreativagentur wie Mother in Berlin gelegentlich Anfragen absagen, wie Jan Paul Schwarz, New Business Director von Mother, zugibt. Aber das nur am Rande.
In der jüngsten Folge des W&V-Podcasts "The Perfect Match" (s.o.) nimmt der Neugeschäftsprofi einmal die Perspektive der Kunden ein. Im Gespräch mit W&V geht Schwarz den typischen Agenturauswahlprozess durch: von der Bedarfsanalyse über Chemistry Meetings und Briefing bis zum Onboarding. In jeder Stufe kann es zu Missverständnissen kommen, lassen sich Dinge verbessern.
Die bequeme Ausrede
Ein Beispiel: Laut "The State of The Pitch", einer aktuellen Studie zum Thema von Cherrypicker und Campaign Germany, finden 24,9 Prozent aller Pitches statt, weil Vergabevorschriften oder Einkaufsregeln es verlangen. Dabei wäre das oft gar nicht nötig; auch im Bestand lässt sich vieles regeln. Es wird trotzdem gemacht, weil Marketingverantwortliche Handlungsfähigkeit beweisen wollen.
16,6 Prozent der Agenturen kennen den Grund für den Pitch gar nicht. "Aber wie will ich eine Lösung für etwas entwickeln, für das ich das Problem nicht kenne?", fragt Schwarz.