Gastbeitrag
Stimmt ja gar nicht: Cultural Marketing ist die Zukunft des Marketings
Das Bedürfnis nach kultureller Relevanz ist nachvollziehbar. Marken suchen nach neuen Wegen, Menschen zu erreichen und im Alltag relevant zu bleiben.
Nur, was heute als Antwort darauf verkauft wird, halte ich für überzogen.
Der Begriff "Cultural Marketing" führt in die Irre
Ein großer Teil dessen, was heute als Cultural Marketing verkauft wird, beschäftigt sich bei genauerem Hinsehen weniger mit Culture als mit Communitys. Hip-Hop. Anime. Gaming.
Communitys sind aber nur ein Ausdruck von Kultur.
Kultur ist größer. Sie umfasst Werte, Haltungen, Bedürfnisse, gesellschaftliche Entwicklungen und Lebenswelten. Sicherheit ist Kultur. Gesundheit ist Kultur. Familie ist Kultur.
Gute Marken haben genau das schon immer verstanden. Nike hat den Glauben an die eigene "Greatness" lange vor dem Begriff Cultural Marketing zum kulturellen Thema gemacht. Hornbach hat den Stolz am Selbermachen besetzt. Frosch stand für Nachhaltigkeit, als diese noch kein Mainstream war. Diese Marken haben Kultur nicht nur aufgegriffen, sondern selbst geprägt. Keine von ihnen brauchte dafür eine neue Disziplin.