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Lesedauer 6 Min.

WuV Community Icon KI im Online-Handel: Wir brauchen kluge Assistenten, keine Shopping Bots

KI-Agenten erledigen den Einkauf auf Autopilot: Für KI und E-Commerce-Anbieter ist das die Zukunft des Online-Handels. Doch der vollautomatisierte Konsum ist ein technologischer Trugschluss. Denn der wahre Nutzen von Agentic AI liegt nicht im Ersetzen des Menschen, sondern in dessen Unterstützung, meint Paul Heimann. Der Kleinanzeigen-CEO erklärt, warum der Online-Handel auf die Symbiose von Mensch und Maschine setzen muss.
Paul Heimann

Paul Heimann ist CEO von Kleinanzeigen

© Kleinanzeigen

Nehmen wir den Verkauf eines gebrauchten Fahrrads: Ein KI-Agent erkennt selbst auf ungünstigen Fotos Modell, Ausstattung und sichtbare Gebrauchsspuren, ergänzt fehlende Produktinformationen und ermittelt anhand vergleichbarer Angebote einen realistischen Preis. Daraus erstellt er einen transparenten Anzeigenentwurf. Wo Informationen fehlen oder nicht eindeutig erkennbar sind, bittet er den Verkäufer gezielt um eine zusätzliche Angabe oder ein weiteres Bild. Nach der Veröffentlichung unterstützt er dabei, wiederkehrende Fragen zu beantworten, passende Angebote einzuordnen und Abholung oder Versand vorzubereiten. So entsteht mit wenig Aufwand ein vollständiges Angebot, das sich leichter vergleichen und direkt kaufen lässt.

Auch auf Käuferseite kann der Agent mehr leisten als eine klassische Suche: Er übersetzt einen Bedarf in passende Kriterien, vergleicht Angebote nach Preis, Zustand, Entfernung und persönlichen Präferenzen und macht auf relevante Unterschiede oder fehlende Angaben aufmerksam.

Die KI kann die Transaktion vorbereiten und den Ablauf vereinfachen. Die Entscheidung, ob verkauft oder gekauft wird, bleibt beim Menschen.
Genau hier liegt das große Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Handel. Es geht nicht darum, Menschen das Kaufen und Verkaufen abzunehmen. Es geht darum, ihnen die Aufgaben abzunehmen, die Zeit kosten, aber keinen persönlichen Austausch erfordern. 

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