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Apple-Headset: Das hat sich Tim Cook anders vorgestellt

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Tim Cooks VR-Frust und mit der Cannes-Premiere des BMW-Elektroboots.
© W&V

Apple-Headset: Das hat sich Tim Cook anders vorgestellt

In gut zwei Wochen stellt CEO Tim Cook zum Start der Entwicklerkonferenz WWDC das beinahe schon sagenumwobene Apple-Headset "Reality Pro" vor – und damit das erste wirklich neuartige Produkt, das unter seiner Führung entstanden ist. Zuletzt sahen die Vorzeichen wieder etwas günstiger aus. So hat Palmer Luckey, Gründer des VR-Spezialisten Oculus, nach einem internen Test gelobt, dass Apples Datenbrille "so gut" sei. Trotzdem ist längst klar, dass Cook zunächst nicht sein Wunschprodukt bekommt – und zur Premiere am 5. Juni einen teuren Kompromiss präsentieren muss. Grund soll nicht zuletzt der Druck der Börse sein, die nach Milliardeninvestitionen jetzt endlich Apples Start in die neue Produktkategorie fordert.

Cooks Wunschprodukt sah anders aus

Ursprünglich hatte sich Tim Cook laut Bloombergs Apple-Experte Mark Gurman eine leichte Brille für den Alltag gewünscht, in deren Sichtfeld zum Beispiel Navigationsanweisungen oder eingehende Nachrichten eingeblendet werden. Nach sieben Jahren Entwicklungszeit, jährlichen Kosten von einer Milliarde Dollar und mit der Arbeit von über 1.000 Apple-Ingenieuren ist daraus ein Headset im Skibrillen-Design mit Ansteck-Akku geworden, das Kameras zum Blick nach draußen braucht – und das zum Start wohl rund 3.000 Dollar kostet. Trotzdem soll Apple zunächst mit jedem Exemplar einen Verlust einfahren.

Die echte Apple-Brille kommt frühestens 2027

Cook hatte noch letztes Jahr verraten, dass er solche Brillen nicht leiden kann, die ihre Träger von der Umwelt isolieren. Nun muss er zunächst damit leben. Denn mehr gibt die aktuelle Technik noch nicht her. Laut Gurman hoffen Apple-Manager trotzdem nach wie vor, dass Menschen die "Reality Pro" den ganzen Tag tragen und sogar bei Partys aufsetzen. Das dürfte aber eher nerdig statt kommunikativ wirken. Die Entwicklung von Tim Cooks Wunschbrille läuft dennoch weiter – laut Gurman nicht zuletzt, um den CEO nicht zu enttäuschen. Sie müsste laut Apple-Ingenieuren dieselbe Leistung haben wie ein iPhone – aber mit einem Zehntel des Stromverbrauchs, um nicht zu überhitzen. Aktuell gilt das als "hoffnungsloses" Unterfangen. Falls diese Apple-Brille überhaupt noch kommt, dann wohl frühestens 2027.

Das sind die Themen von TechTäglich am 19. Mai 2023:

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