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Apple: Was beim iPad schiefgelaufen ist

Fünf verschiedene iPads verkauft Apple jetzt – mit Modellen, die sich teilweise enorm ähneln, und die potenzielle Käufer verwirren. Dass ein iPad zum Arbeiten so nützlich ist wie ein Mac, verhindert Apple aber nach wie vor.
© W&V

Apple: Was beim iPad schiefgelaufen ist

Auch zwei Wochen nach ihrer Vorstellung (W&V berichtete) sind Apples neue iPads so umstritten wie schon lange kein Produkt aus Cupertino mehr. Die Futurezone beklagt, dass das Line-up mit nunmehr fünf verschiedenen Tablets (iPad alt, iPad neu, mini, Air, Pro) "so verwirrend wie noch nie" ist. Der bekennende Apple-Fan Andrew Myrick von AndroidCentral schreibt: "Warum ich genug vom iPad habe". Er beklagt vor allem, dass das Tablet trotz der exzellenten Hardware auch mit iPadOS 16 und dem umstrittenen neuen Multitasking-Werkzeug Stage Manager immer noch weit hinter den Möglichkeiten eines Mac zurückbleibt: "Je mehr meine Bedürfnisse als Autor und Redakteur gewachsen sind, desto weiter habe ich mich davon entfernt, das iPad regelmäßig für die Erstellung von Inhalten zu verwenden." Verständlich. Denn dass Apple jetzt bis zu 3.024 Euro für ein iPad Pro verlangt, auf dem dann aber nur eine bessere iPhone-Software läuft, ist kaum mehr nachzuvollziehen.

"Apple schaufelt sich das Grab ganz allein"

Dass ein iPad zum Arbeiten so nützlich und flexibel ist wie ein Mac, verhindert Apple nach wie vor – obwohl in den Tablets teilweise die gleichen M1- und M2-Chips stecken wie in den aktuellen MacBooks. Durch den Verzicht auf ein macOS-iPad will der US-Konzern wohl die Verkäufe seiner noch gewinnträchtigeren Laptops schützen. Die Macworld überschreibt ihre Analyse mit der Headline "Am langsamen Tod des iPad ist Apple selbst schuld". Nach der Aufzählung der Umsatzrückgänge fürs iPad in den vergangenen Quartalen heißt es weiter: "Mit den verschiedenen Startterminen für die iPads und einer sich selbst kannibalisierenden Produktpalette, die ebenso ärgerlich wie verwirrend ist, braucht das iPad keine Konkurrenten. Apple schaufelt sich das Grab ganz allein."

Schwache Android-Tablets als Glück für Apple

Macworld-Autor David Price kritisiert: "Wir haben erkannt, dass iPads vor allem für Gelegenheitsnutzer gedacht sind. Gelegenheitsnutzer brauchen und suchen aber nach klaren Hinweisen, die ihnen sagen, welches Produkt sie kaufen sollen. Und genau das kann die iPad-Reihe nicht bieten." Und weiter: "Das neue 10,9-Zoll-iPad bietet kein überzeugendes Update für das Einstiegs-iPad von 2021, sondern dringt stattdessen in das mittlere Marktsegment des iPad Air ein, das seinerseits in das Gebiet des iPad Pro eingedrungen ist, als es herauskam." Price geht davon aus, dass Nutzer heute ein Smartphone für unterwegs und für den Alltag haben wollen – und einen Laptop zum Arbeiten. Mit Apples verwirrender Modellpolitik droht das iPad zwischen alle Stühle zu fallen. Sein Verdacht angesichts der sicherlich nach wie vor guten Verkaufszahlen von Apples Tablet im Vergleich zur schwachen Android-Konkurrenz: "Warum sollst du dich mehr anstrengen, wenn du ohnehin Nummer eins bist?"

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