Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Druckertinte-Finte: HP setzt Kunden unter Druck

Druckpatronen sind teuer. Hewlett-Packard, kurz HP, sorgt nun mit einer neuen "dynamischen Sicherheits-Funktion" für Wut bei Besitzerinnen und Besitzern eines HP-Druckers. Ist die Sicherheit nur vorgeschoben? Die Kosten explodieren!
© W&V

Der Konzern Hewlett-Packard hat seine Kundinnen und Kunden mit einem Update seiner Geräte-Software vor den Kopf gestoßen: Neue Funktionen gibt es nicht. Aber eine Feature-Einschränkung: Das Drucken mit Tinte anderer Anbieter ist nun nicht mehr möglich. Wer Patronen von (günstigen) Drittanbietern einlegt, erhält eine Fehlermeldung. Dort ist zu lesen, es würden "nur noch Patronen mit HP-Chips akzeptiert". Die Fehlermeldung gab es schon immer. Bei Drittanbieter-Tintenpatronen sah man zuletzt den Warnhinweis, die Druckqualität könne schlechter als bei HP-Original-Patronen sein. Trotzdem konnten Userinnen und User aber mit nichtoffizieller Tinte immer drucken. Jetzt nicht mehr!

Auf Reddit melden sich entrüstete Kundinnen und Kunden mit einem HP-Drucker. Doch HP stellt sich bisher stur, verkauft die Einschränkung "als dynamische Sicherheits-Funktion". In einem Support-Eintrag schreibt das Unternehmen: "Mit dynamischer Sicherheit ausgestattete Drucker sind nur für die Verwendung mit Druckpatronen vorgesehen, die über neue oder wiederverwendete Chips oder elektronische Schaltkreise von HP verfügen. Die Drucker nutzen dynamische Sicherheitsmaßnahmen, um Druckpatronen zu blockieren, die nicht von HP stammende Chips oder modifizierte oder nicht von HP stammende elektronische Schaltkreise aufweisen."

Weiter heißt es, die Updates würden "die Funktionen des Druckers verbessern, steigern oder erweitern, vor Sicherheitsrisiken schützen und anderen Zwecken dienen. Diese Updates können jedoch auch bewirken, dass Druckpatronen mit einem nicht von HP stammenden Chip oder mit einem modifizierten oder nicht von HP stammenden Schaltkreis nicht im Drucker funktionieren, einschließlich solcher Druckpatronen, die aktuell noch funktionieren."

Die "dynamische Sicherheitsfunktion" hatte HP 2016 auf seinen Druckern eingeführt. Tipp: Wer seinen HP-Drucker noch nicht aktualisiert hat, kann die Tinten-Sperre umgehen, indem das Update gar nicht erst aufgespielt wird. Wer schon aktualisiert hat, guckt erst mal in die Drucker-Röhre…

Für Kundinnen und Kunden gibt es wenig Hoffnung: HP hatte in der Vergangenheit immer wieder Maßnahmen eingeführt, die verhindern sollten, dass keine HP-Patronen verwendet werden. Hinter der nervigen Aktion steckt also offenbar System! Und das kann teuer werden: Offizielle HP-Patronen kosten je nach Vergleichsmarke eines Drittanbieters häufig zwanzig oder sogar dreißig Prozent mehr.

Das sind die Themen in TechTäglich vom 15.3.2023:

iPhone: Apple führt Live-Video-Shopping ein

Musk zeigt Scheibenwischer: Tesla bei Regen fahruntüchtig?

Druckertinte-Finte: HP setzt Kunden unter Druck

Apple-Watch-Studie beweist: User schlafen zu wenig

Weiteres Job-Massaker bei Facebook

Neueste Beiträge

Neue Markenplattform
WuV Community Icon Was hinter Lieferandos Wechsel zum neuen Werbespruch steckt
Mit „Bleib einfach im Moment“ verändert Lieferando seinen Markenauftritt. Gegenüber W&V erklärt das Unternehmen, was aus „Hör ich da Lieferando?“ wird und wie es künftig andere Lieferungen bewirbt.
4 Minuten
12. Okt 2026
Twilio-Befragung
WuV Community Icon Was Kunden am KI-Service schätzen und was sie daran stört
Die meisten Unternehmen glauben, ihre Kunden seien mit dem KI-Service zufrieden. Eine Twilio-Befragung fällt dagegen ernüchternder aus. Dabei schätzen Verbraucher durchaus, was die Bots ihnen schon abnehmen.
5 Minuten
12. Okt 2026
Werbung in KI-Anwendungen
WuV Community Icon Warum ChatGPT Ads für Werbetreibende noch eine Blackbox sind
Agenturchef Hans Ratzmann testet ChatGPT Ads für Kunden und für seine Agentur. Im W&V-Interview erklärt er, was ihm bei der Steuerung fehlt und welche Aufgaben gesponserte KI-Agenten künftig übernehmen könnten.
7 Minuten
12. Okt 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon KiK dreht nicht mehr: So entstehen die neuen TV-Spots mit KI
KiK lässt die visuellen Inhalte seiner neuen TV-Spots vollständig mit generativer KI erstellen. Factory-COO Marc Schnitzler erklärt, welche klassischen Gewerke sich dadurch ändern und wo der Mensch unverzichtbar bleibt.
8 Minuten
US Supreme Court Urteil
WuV Community Icon Warum KI niemals träumt: Das Urheberrecht und die Seele der Kreativität
Der Supreme Court verweigert maschinell erzeugten Bildern das Urheberrecht. Was wie eine juristische Formalie wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung das tiefste Geheimnis unserer Branche: Wahre Kreativität ist untrennbar mit der menschlichen Existenz und all ihren Unzulänglichkeiten verbunden.
4 Minuten
9. Mär 2026
Künstliche Intelligenz und Ethik
WuV Community Icon Wenn Empathie-Simulation zur Gefahr wird: Tech-Giganten im Visier der Justiz
Die rasante Evolution generativer Sprachmodelle offenbart zunehmend ihre gesellschaftlichen Schattenseiten. Ein profilierter US-Anwalt, der derzeit Opfer von sogenannter „KI-Psychose“ vertritt, richtet nun eine drastische Warnung an die Technologiebranche: Die intime, unregulierte Bindung zwischen vulnerablen Nutzern und Chatbots berge ein massives, bislang massiv unterschätztes Eskalationspotenzial.
3 Minuten
16. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige