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Samsung-Schummel: "Diesel-Skandal" bei TV-Tests

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Samsung-Schummel bei Fernseher-Tests und mit dem ersten Smartphone des "nächsten Apple".
© W&V

Samsung-Schummel: "Diesel-Skandal" bei TV-Tests

Erst im letzten März war Samsung dabei ertappt worden, dass die Koreaner bei Leistungs-Tests ihrer Smartphones mogeln (W&V berichtete). Damals stellte sich heraus, dass Samsung die Prozessoren seiner Handys wie Galaxy S10, S20, S21 und S22 im Alltagsbetrieb bewusst drosselt, um Hitzeentwicklung zu verringern und die Akkulaufzeit zu verlängern. Bei Benchmark-Tests, die die Leistung der Geräte überprüfen, war diese Bremse aber nicht aktiv – zugunsten besserer Ergebnisse. Samsung brachte ein Software-Update, das die Manipulation beenden sollte. Doch der "Diesel-Skandal für Smartphones", analog zum VW-Betrug auf dem Prüfstand, war nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Nun wurde Samsung erneut beim Schummeln erwischt, diesmal geht es um Fernseher.

HDR-Kontrast manipuliert

Wie die TV-Experten von FlatpanelsHD entdeckt haben, manipuliert Samsung zumindest an seinen beiden Spitzenmodellen OLED-TV S95B und Neo QLED QN95B die Leistung des HDR-Kontrasts bei TV-Tests. Denn die standardisierten Programme, die dabei zum Einsatz kommen, analysieren üblicherweise nur den Kontrast eines 10 Prozent großen Fensters auf dem Bildschirm. Das soll für einheitliche und repräsentative Ergebnisse sorgen. Der Samsung-Schummel funktioniert so: Sobald die Software des Fernsehers entdeckt, dass nur zehn Prozent des Bildschirms bespielt werden, schaltet das Gerät in einen Testmodus, der für bessere Ergebnisse sorgt. Beim S95B verstärkt Samsung dann Farben und Leuchtkraft so, dass der HDR-Test optimale Werte meldet. Beim QN95B wird zusätzlich die Spitzenhelligkeit um bis zu 80 Prozent von 1.300 Nits auf 2.300 Nits erhöht.

Kurze Stromstöße für mehr Helligkeit

Dafür schickt das Netzteil kurze Stromstöße in die MiniLED-Hintergrundbeleuchtung – die so stark sind, dass dieses "Übertakten" den Bildschirm im Normalbetrieb beschädigen würde. Wie FlatPanelsHD herausgefunden hat, steigt die Helligkeit des Geräts ohne Testmodus nie über 1.300 Nits. Die Experten sprechen von Täuschung, Betrug und der "hässlichen Wahrheit" bei den Samsung-Fernsehern. Dass die Koreaner wohl tatsächlich manipulieren wollten, zeigt die Tatsache, dass die TV-Geräte bei einem 9-Prozent-Testfenster ganz normale Ergebnisse liefern. Samsung bestreitet ein Verfälschen der Testergebnisse, hat aber sicher nicht zufällig ein Software-Update veröffentlicht, "das sicherstellt, dass HDR-Inhalte eine konstante Helligkeit in verschiedenen Fenstergrößen haben, die über den Industrie-Standard hinausgehen". FlatPanelsHD vermutet, dass auch weitere Samsung-Fernseher betroffen sind.

Das sind die Themen von TechTäglich am 16. Juni 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

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