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USA: Frauen löschen ihre Menstruations-Apps

Aus Angst vor einem künftigen Abtreibungsverbot in konservativen US-Bundesstaaten löschen derzeit Millionen von Frauen ihre Menstruations-Apps. Sie haben Angst vor Strafverfolgung.
© W&V

USA: Frauen löschen ihre Menstruations-Apps

Menstruations-Apps sind bei Frauen in aller Welt enorm beliebt. Mit ihnen lässt sich die Periode verfolgen oder die Fruchtbarkeit bestimmen – entweder, weil die Frauen ein Kind wollen, oder weil sie nicht schwanger werden möchten. Mit über 200 Millionen Nutzerinnen soll weltweit jede zehnte Frau zwischen 15 und 49 Jahren die führende britische App Flo nutzen. Doch viele der Apps sind umstritten, weil sie mehr Daten sammeln, als nötig wäre – und weil sie Informationen über ihre Nutzerinnen mit Diensten wie Facebook teilen. Dazu gehören intimste Daten über Hautbild, Verhütung, Blutdruck, Verstopfung oder Schlaflosigkeit bis hin zum Sexleben. Ein drohendes Abtreibungsverbot in einigen konservativen US-Bundesstaaten führt nun dazu, dass in den USA Millionen von Frauen ihre Menstruations-Apps und damit auch die gespeicherten Daten aus Angst vor Strafverfolgung löschen.

Angst vor Strafverfolgung nach einer Abtreibung

Hintergrund ist, dass solche Apps üblicherweise den Beginn der nächsten Periode prognostizieren, und dann auch ihr Ausbleiben bei einer möglichen Schwangerschaft erfassen. Wie Futurezone und Truthout berichten, fürchten die Frauen, dass die App-Betreiber diese Daten weitergeben – und dass sie bei einem Abtreibungsverbot strafrechtlich belangt werden könnten. Diese Angst ist offenbar berechtigt. So empfiehlt die Frauenrechts-Aktivistin und Anwältin Elisabeth McLaughlin auf Twitter: "Wenn Sie einen Online-Periodentracker verwenden oder Ihren Zyklus über Ihr Smartphone verfolgen, sollten Sie damit aufhören und ihre Daten löschen. Jetzt."

Datenschutzfreundliche Alternativen

Laut Rechtsexperten ist durchaus denkbar, dass die App-Betreiber die gesammelten Daten herausgeben müssen, wenn Abtreibungen in Teilen der USA für illegal erklärt werden. Das hängt dann jeweils davon ab, wo die Nutzerinnen wohnen und wo der Anbieter der App seinen Sitz hat. Denkbar ist aber auch, dass radikale Abtreibungsgegner Datenbanken hacken. Frauen in betroffenen Ländern, die ihre Menstruation weiter per Smartphone tracken wollen, sollten deshalb das Kleingedruckte der Apps genau kontrollieren – und nur Programme verwenden, die die Privatsphäre ausdrücklich schützen. Apps, die ein paar Dollar oder Euro kosten, sind dabei in aller Regel empfehlenswerter als werbefinanzierte Gratis-Programme. Als vorbildlich gilt die datenschutzfreundliche Android-App Drip aus Berlin, deren Motto laut Betreiberin Marie Kochsiek lautet: "Deine Daten, deine Wahl." Eine iOS-Version soll bald folgen.

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