Analyse
Der Handel verliert den Kampf um den Konsum-Euro
Der gefährlichste Konkurrent einer Modemarke hängt womöglich nicht auf der Kleiderstange nebenan. Es könnte der Wochenendtrip sein. Der Wettbewerber des neuen Sofas vielleicht der Restaurantbesuch. Und um den Euro, der bislang im Supermarkt landete, konkurrieren inzwischen auch Fitnessstudio, Streamingdienst oder Wellnesshotel.
Vielleicht kommt das manchem seltsam vor, es spiegelt aber die aktuelle Analyse von NIQ Geomarketing wieder. Die Deutschen geben weiterhin Geld aus. Sie geben es nur anders aus.
Philipp Willroth von NIQ Geomarketing spricht deshalb von einer Verschiebung „von Produkten zu Bedürfnissen“. Im Interview erklärt er, wohin das Geld stattdessen fließt, warum klassische Produktlogiken für Marken an Grenzen stoßen – und weshalb der Handel künftig stärker um Relevanz als um den niedrigsten Preis kämpfen muss.