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Lesedauer 3 Min.

Joko und Klaas spenden Instagram-Konten an iranische Aktivistinnen

Alle Posts gelöscht. Die beiden Entertainer stellen ihre Reichweite auf Instagram von zusammen rund zwei Millionen der Protestbewegung im Iran zur Verfügung. Und zwar für immer.
© W&V

Zwei der bekanntesten Entertainer Deutschlands unterstützen die systemkritische Protestbewegung im Iran mit geballter Aufmerksamkeit: Joko und Klaas haben ihre persönlichen Instagram-Accounts "für immer" an zwei iranische Aktivistinnen verschenkt - es geht dabei um zusammen fast zwei Millionen Follower.

Die beiden ProSieben-Moderatoren kündigten die Solidaritätsaktion am Mittwochabend in der Sendung "Joko und Klaas 15 Minuten live" an. Zuvor hatten sie alle ihre eigenen Posts gelöscht. Minutenlang brachte Prosieben zur besten Sendezeit Aufnahmen der Proteste im Iran und Bilder davon, wie brutal Sicherheitskräfte dagegen vorgehen.

Auf dem Konto von Joko Winterscheidt (43) postet in Zukunft Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi, die nach einem Protest gegen das Kopftuchgebot im Iran fliehen musste. Das Konto von Klaas Heufer-Umlauf (39) wird nun von Sarah Ramani von der Bewegung "The Voice of the Streets" (Stimme der Straßen) für Botschaften genutzt. "Wir können nicht mit Europas Regierungen sprechen, aber ihr könnt es", appellierte Ramani, die ihr Gesicht nicht zu zeigen wagte.

"Jeden Tag ändert sich so wahnsinnig viel", sagte Joko. "Und wenn unsere Aufmerksamkeit effektiv sein soll, muss sie nachhaltig und verlässlich sein. Wir möchten, dass die Proteste in unserer Welt wahrnehmbar bleiben und unser gemeinsames Hinschauen Teil der internationalen Druckkulisse wird, die sich gerade im Netz formiert."

Deswegen, so Klaas, verschenke man die eigene Reichweite an die zwei Frauen - und zwar für immer. Alles, was ihm und Joko zum Posten einfalle, sei im Vergleich zu den Protesten im Iran nicht viel wert. Das Schlimmste, was geschehen könne, sei, dass niemand hinschaue.

Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Jina Amini. Ihr kurdischer Name Jina wurde von den staatlichen Behörden nicht anerkannt, stattdessen erhielt sie den Namen Mahsa. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Amini starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.

In der unregelmäßigen Programm-Rubrik "Joko und Klaas 15 Minuten live" dürfen Joko und Klaas eine Viertelstunde Sendezeit nach Belieben gestalten - dabei nutzen sie die Zeit oft für ernste gesellschaftliche Themen, machen an anderen Tagen aber einfach nur Blödsinn. Die Sendezeit erspielen sie sich zuvor in einer Gameshow. (rom mit dpa)

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