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Konsumflaute: Zalando mit massivem Gewinneinbruch

Nach einer starken Phase während der Corona-Pandemie leidet der Online-Modehändler Zalando derzeit massiv unter der immer stärker werdenden Konsumflaute. Der Gewinn sank fast 90 Prozent.
© W&V

Der Online-Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal wie erwartet weniger umgesetzt und verdient. Verantwortlich dafür waren eine schwächere Konsumlaune, Inflationsdruck und einzelne Lieferengpässe, wie das im Dax gelistete Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das Ergebnis sei wie erwartet schwach ausgefallen, kommentierte Baader-Analyst Volker Bosse. Zalando gehe durch eine "strukturelle, makroökonomische Krise". Das Unternehmen habe jedoch die richtigen Maßnahmen ergriffen, so der Experte mit Blick auf die Plattform-Strategie, den Partnerprogrammen sowie die Zusammenarbeit mit stationären Händlern. Auch sieht er Potenzial in dem Mitgliederprogramm von Zalando, der Expansion in den Bereichen Kosmetik, Second Hand oder Designer.

Der Umsatz von Zalando sank dabei im zweiten Quartal um vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Dabei steigerte das Unternehmen die Zahl der aktiven Kunden um elf Prozent auf mehr als 49 Millionen. Jedoch gaben diese im Schnitt weniger aus. Unter dem Strich verblieben 14 Millionen Euro als Gewinn und damit ein Bruchteil der im Vorjahr erreichten 120 Millionen. Dabei musste sich Zalando auch an einer hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr messen lassen, als das Unternehmen vom Internet-Bestellboom im Zuge der Corona-Krise massiv profitiert hatte. Das Kundenverhalten dreht nun wieder. Im Zuge des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds kommt zudem ein sich änderndes Kaufverhalten hinzu: Kunden shoppen entweder im Premiumsegment, das sich von der Krise noch relativ unbeeindruckt zeigt, oder wenden sich den günstigen Produkten zu. Das mittlere Preissegment ist dabei der Verlierer.

Angepasstes Angebot

Zalando hat daher sein Angebot entsprechend angepasst. Das Premiumsegment baute das Unternehmen mit der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Highsnobiety, einem Onlineshop und Modeblog, aus. Um die Profitabilität zu verbessern, führte Zalando in 15 Märkten einen Mindestbestellwert ein, der jetzt in allen 25 Zalando-Märkten gilt. Zudem senkte das Unternehmen seine Ausgaben für Marketing und Logistik.
"Wir konzentrieren uns auf Maßnahmen zur Verbesserung unserer Effizienz und unserer Marge - diese werden uns helfen, in der zweiten Jahreshälfte unsere Profitabilität zu stärken", kommentierte Finanzchefin Sandra Dembeck. Auch will Zalando zu Wachstum zurückkehren - hier kommt dem Onlinehändler neben den eingeleiteten Maßnahmen auch ein technischer Effekt zu Gute. So ist die Vergleichsbasis im dritten und vierten Quartal eine geringere Hürde als im zweiten Quartal. Denn im vergangenen Jahr fielen ab Sommer die Restriktionen im stationären Handel nach und nach weg, was das zuvor massive Wachstum bei Zalando wieder in normalere Bahnen lenkte.

Für die zweite Jahreshälfte stellt Zalando ein Wachstum des Bruttowarenvolumens von sechs bis 13 Prozent in Aussicht. Das Unternehmen hatte bereits Ende Juni die Prognose gesenkt und erklärt, die Zahlen zum zweiten Quartal lägen deutlich unter den Markterwartungen. Beim Umsatz hält Zalando für 2022 eine Stagnation bei 10,4 Milliarden Euro für möglich, im besten Fall könnte ein kleines Plus von drei Prozent herausspringen. Im vergangenen Jahr hatte Zalando dank des Online-Booms erstmals die 10-Milliarden-Marke beim Umsatz überschritten. (dpa/nas/zb/jha/st)

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