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Po-Werbung aus Thüringen: Runde Sache oder für'n Arsch?

Landrätin Peggy Greiser hat den Shitstorm schon einkalkuliert. Zum zweiten Mal prangt Werbung auf den Hintern der Volleyball-Frauen des VfB Suhl - diesmal für die "Prachtregion".
© W&V

Die aktuelle Imagekampagne soll den Landkreis Schmalkalden-Meiningen "mit all seinen Facetten und Reizen" ins rechte Licht rücken. Eine wahre "Prachtregion" nach Meinung der Landrätin Peggy Greiser. Deswegen hat sie sich für die Promotion auch eine besonders aufmerksamkeitswirksame Stelle ausgesucht - die Trikots der Volleyball-Damen des Bundesligisten VfB Suhl Lotto Thüringen. Die Aufschrift ist am hinteren Hosenbund platziert.

"Wir wollen unsere Region mit der neuen Kampagne noch breiter vermarkten – über das Industriegebiet Thüringer Tor hinaus", erklärt die parteilose Landrätin. "Und natürlich wollen wir auch wieder etwas provozieren – da wir uns auf wahrhaft prächtigen Körperregionen präsentieren"

Die Microsite zur "Prachtregion" zeigt die Vorzüge der Region in punkto Tourismus, Sport, Wirtschaft und Kultur. So gibt es etwa Informationen zum Meininger Theater, zum Biathlon-Weltcup oder zum Industriegebiet Thüringer Tor. "Wir sind eine Region, in der Touristen gerne ihren Urlaub verbringen. Wir gehören längst zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in Ostdeutschland und verfügen über eine starke Industriedichte", so Greiser. Die Marke "Prachtregion" sei daher "bewusst selbstbewusst" gewählt. Der Schriftzug "Prachtregion.de" wird von blauen Wellen und grünen Hügelformationen umrahmt – sie repräsentieren den Thüringer Wald, die Thüringer Rhön und das Werratal.

Offensichtlich wiederholt Greiser, früher selbst Volleyballerin, das Konzept aus dem vergangenen Jahr. Damals stand das Industriegebiet Thüringer Tor im Mittelpunkt, die Website dazu heißt "Beste Lage". Die Kampagne, von ihrem Vorgänger  Peter Heimrich (SPD) initiiert, war "sehr erfolgreich", insgesamt verbuchte die Internetseite www.beste-lage.com rund 100.000 Zugriffe, nicht zuletzt dank der medialen Aufmerksamkeit, unter anderem durch eine Beschwerde beim Werberat, die allerdings folgenlos blieb. Zu mehr Industrie in der Region führte das Sportsponsoring jedoch nicht: "Wir hatten zahlreiche Anfragen zu unserem Industriegebiet. Bei einer Großansiedlung muss jedoch alles genau passen. Das war bisher leider nicht der Fall."

Die Volleyball-Frauen sind hart im Nehmen, zumindest wird es so kommuniziert. Dass sich Stefan Mau, Geschäftsführer
der VfB Sport und Marketing, über das Geld freut, verwundert nicht. In dieser Sportart ist Po-Werbung auch nicht ungewöhnlich. "Da gab es in den vergangenen Jahren einige Beispiele, die zum Schmunzeln angeregt haben. Da reiht sich 'Prachtregion.de' hervorragend ein", sagt die Sportlerin Claudia Steger.

Ganz so entspannt sehen es die Thüringerinnen und Thüringer nicht.

Einige verteidigen die Kampagne auch:

Auch die Initiative Pinkstinks hat auf ihrer Facebook-Seite auf die Kampagne hingewiesen und ruft zum Protest auf. 

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