Interview
Warum sichtbare KI-Werbung für Marken zum Vertrauensrisiko wird
Jeder dritte Deutsche verliert laut einer neuen Verve-Umfrage das Vertrauen in eine Marke, sobald er weiß, dass ihre Werbung KI-generiert ist, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 45 Prozent. Gleichzeitig können sich 69 Prozent vorstellen, auf Empfehlung eines KI-Chatbots einzukaufen. Der scheinbare Widerspruch deutet auf ein Muster hin, das im folgenden Interview mit Verve-CEO Remco Westermann eine zentrale Rolle spielt: Es geht offenbar weniger um KI an sich als darum, ob Verbraucher merken, dass sie im Spiel ist.
Der Zeitpunkt der Studie ist kein Zufall, denn seit dem 2. August gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des europäischen AI Act. KI-generierte Inhalte müssen grundsätzlich erkennbar sein, bei Deepfakes und Chatbots ist eine sichtbare Kennzeichnung sogar verpflichtend. Verves Befragung, deren Feldphase bereits Ende Mai bis Anfang Juni lief, liefert damit einen der ersten Datenpunkte dafür, wie Verbraucher auf genau die Situation reagieren, die der Gesetzgeber gerade verbindlich gemacht hat.