WAS MACHT GUTE WERBUNG AUS? MEHR ZUM CONTENT MARKETING BEI DER CMCX 2026

CMCX26

Wann & Wo: 17. & 18. Juni 2026 | smartvillage Köln

Für wen: Marketing-Entscheider:innen, CMOs, Content- und Social-Media-Verantwortliche

Ticket: ab 699 € 

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Creator Economy in der Praxis: Von KitchenAid bis MediaMarktSaturn — wie Creator-First-Ansätze Marken aufladen und Abverkauf inkrementell steigern
  • Loyale, aber zugleich hoch emotionale Communities wie im Sportbereich richtig ansprechen
  • Markentransformation durch Content: Miss Germany als Fallstudie, Jägermeister als Launch-Case — was Traditionsmarken vom Neuerfinden lernen können
  • CTV als Reichweitenhebel: Wie Marken wie Golden Toast klassische Social-Bubbles verlassen

Speaker:innen u.a.: Jan Flemming (PENNY/REWE Group), Sabrina Oehme (Kloster Kitchen), Steffen Jensen (KitchenAid), Felix Neuberger (Golden Toast/Lieken), Tim Rottländer (iq digital), Lisa Groening (H&M), Tobias Meinhard (MediaMarktSaturn), Daniel Blank & Jette Kilian (We. Communications) uvm.

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Drei Übersetzungsebenen, die funktionieren

Statt Reichweite zu rechtfertigen, sollten Content-Teams ihre Arbeit entlang echter Geschäftsprobleme strukturieren. Drei Kategorien helfen dabei:

1. Verhinderung von Geschäftsverlusten

Beispiel: Ein B2B-Unternehmen verliert Aufträge in der finalen Entscheidungsphase. Recherchen zeigen: Einkaufsabteilungen nutzen Google und finden bei der Due Diligence vor allem Wettbewerber mit stärkerer Fachpräsenz.

Content-Maßnahme: Systematischer Aufbau von Thought Leadership in den relevanten Entscheiderthemen.

Board-Übersetzung: „Wir reduzieren das Risiko, in der kritischen Phase der Kaufentscheidung Marktanteile an Wettbewerber mit stärkerer digitaler Präsenz zu verlieren. Das schützt bestehende Pipeline."

2. Beschleunigung bestehender Prozesse

Beispiel: Der Vertrieb verbringt den Großteil seiner Zeit mit Grundlagenfragen, weil Interessenten schlecht vorbereitet ins Gespräch kommen. Verkaufszyklen ziehen sich unnötig lang.

Content-Maßnahme: Strukturiertes Informationsmaterial für typische Entscheidersituationen, verknüpft mit Lead-Qualifizierung.

Board-Übersetzung: „Wir verkürzen die durchschnittliche Verkaufszeit, indem wir Interessenten besser vorqualifizieren. Das erhöht die Vertriebskapazität bei gleichem Personalaufwand."

3. Positionierung für strategische Entscheidungen

Beispiel: Ein Unternehmen bereitet einen Generationswechsel in der Geschäftsführung vor. Potenzielle Nachfolger oder Investoren recherchieren das Unternehmen – und finden wenig.

Content-Maßnahme: Aufbau von Managementpräsenz in relevanten Fachmedien und digitalen Kanälen.

Board-Übersetzung: „Wir reduzieren Unsicherheit bei strategischen Stakeholdern durch sichtbare fachliche Kompetenz. Das wirkt auf Bewertung und Verhandlungsposition."

Die Reporting-Logik umkehren

Der Unterschied zu klassischen Marketing-KPIs: Diese Logik beginnt beim Geschäftsproblem, nicht beim Kanal. Klassisches Content-Reporting beginnt mit Aktivität:

  1. Wir haben Content produziert
  2. Der Content hat X Impressions erzeugt
  3. Daraus leiten wir Wert ab

Funktionierendes Reporting beginnt mit dem Problem:

  1. Folgendes Geschäftsproblem existiert
  2. Wir haben Content als Lösung eingesetzt
  3. Das Problem hat sich messbar verändert

Warum KPI-Hierarchien plötzlich wichtig werden

Zwischen Aufmerksamkeit, Vertrauen, Nachfrage und tatsächlichem Geschäftserfolg liegen unterschiedliche Wirkungsebenen. Diese müssen Content-Teams erklären können.

Ein Thought-Leadership-Artikel erzeugt nicht automatisch Leads. Seine Funktion kann darin liegen, die Wahrnehmung bei Investoren, potenziellen Mitarbeitern oder Entscheidern zu verändern. Ein GEO-optimierter Fachbeitrag liefert vielleicht nicht unmittelbar Traffic auf die eigene Website. Trotzdem ist er strategisch relevant, weil Markenautorität und Präsenz in KI-Systemen die Basis für zukünftiges Wachstum sein können.

Genau deshalb reicht es nicht mehr, einzelne KPIs isoliert zu betrachten. Content-Verantwortliche müssen entlang einer klaren Hierarchie erklären können, welche Inhalte Aufmerksamkeit erzeugen (z.B. AI Visibility), welche Vertrauen aufbauen (z.B. Verweildauer, wiederkehrende Nutzer) und welche Maßnahmen Nachfrage unterstützen (z.B. qualifizierte Kontakte, Downloads).

Nicht jede Content-Diskussion wird dadurch automatisch rein zahlengetrieben. Aber ohne grundlegendes Verständnis von Wirkungslogik und Investitionsargumentation wird es zunehmend schwierig, in Budgetgesprächen zu bestehen. (5.058 Zeichen)

Dieser Text ist Teil der W&V-Serie zu KI im Content-Marketing, die strategische Perspektiven jenseits der Tool-Diskussion beleuchtet.

Weitere Einblicke zu Content-Strategie, Steuerung und KI-Einsatz diskutiert die Branche am 17. und 18. Juni auf der CMCX in Köln.

Haltung, Mut und die Fähigkeit, auch unter Druck seinem Kurs treu zu bleiben: Das zeichnet die W&V Top 100 aus. >>> Hier findest Du alle W&V Top 100/2026: Menschen, die vorangehen.

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Copyright: Sonja Herpich
Autor: Susanne Gillner

Susanne Gillner ist Director Content & AI bei der Münchner Kommunikationsagentur ELEMENT C. Zuvor arbeitete sie zwölf Jahre lang als Journalistin. Heute beschäftigt sie sich u.a. mit den Auswirkungen von KI und Automatisierung auf Kommunikation und Content-Strategien – ohne dabei den Blick für das zu verlieren, worauf es wirklich ankommt: gute Geschichten, hochwertige Inhalte und präzise Sprache.