Nur fünf Prozent der B2B-Zielgruppe sind zu einem gegebenen Zeitpunkt aktiv auf Lösungssuche. Die restlichen 95 Prozent befinden sich außerhalb des Kaufzeitpunkts – sind aber potenzielle Kunden von morgen. Wer ausschließlich die kaufbereiten fünf Prozent anspricht, konkurriert um das kleinste Segment.

Das Münchner HR-Tech-Unternehmen Personio hat früh auf denselben Ansatz gesetzt. Inbound-Marketing wurde zum zentralen Pfeiler, der sich innerhalb von sechs bis neun Monaten zu einem wichtigen Fundament entwickelte und nach wie vor einer der wichtigsten Wachstumskanäle bleibt. Heute generiert das Unternehmen so 60.000 neue Kontakte pro Jahr.

Ausgangspunkt war nicht eine einzelne Kampagne, sondern die Entscheidung, kontinuierlich Inhalte zu produzieren, die HR-Entscheidern bei der Arbeit helfen, unabhängig davon, ob diese gerade eine neue Software kaufen wollen oder nicht.

In der Konsequenz sank der Cost per Lead um rund 20 Prozent, die Leadqualität stieg. Das Entscheidende: Nicht mehr Werbedruck hat das erreicht, sondern mehr Relevanz zum falschen Kaufzeitpunkt.

Das eigentliche Problem heißt Attribution

Warum fällt dieser Umstieg so vielen Unternehmen schwer? Der Dark Funnel beschreibt alle Kaufaktivitäten, die vor dem ersten messbaren Kontakt stattfinden: Recherchen, Peer-Empfehlungen, Content-Konsum in Slack-Kanälen und PDF-Weiterleitungen, die nirgendwo auftauchen. Last-Click-Attribution gibt dem letzten messbaren Touchpoint die Conversion. Was davor war, wochen- oder monatelanger Vertrauensaufbau über Inhalte, Communitys, Veranstaltungen, bleibt unsichtbar. Wer sein Budget ausschließlich dort verteilt, wo Messpunkte existieren, kürzt systematisch genau die Maßnahmen, die am stärksten wirken.

Das ist kein Argument gegen Messbarkeit. Es ist ein Argument dafür, Messbarkeit neu zu definieren. Branded-Search-Volumen, Direct Traffic mit hoher Abschlussrate und qualitative Selbstauskunft – „Wie haben Sie von uns gehört?" – liefern ein ehrlicheres Bild als jede saubere Last-Touch-Auswertung.

W&V Webinar "Beyond the Funnel" am 9. Juni

Wie das in der Praxis funktioniert, welche Rolle First-Party-Daten, ABM und KI dabei spielen und wie sich Messmethoden jenseits klassischer Pipeline-Metriken weiterentwickeln lassen: Das ist Thema des W&V Webinars „Beyond the Funnel" am 9. Juni, 11 Uhr. Chris Reingen und Christoph Ferrandino (The Digitale) bringen Anwendungsbeispiele aus dem laufenden B2B-Betrieb.

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W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

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