Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Spotify: Mit Tricks auf Platz 1 geschummelt

Wer Anitta nicht kennt, hat musikalisch wohl nicht allzu viel verpasst. Trotzdem hat es die brasilianische Sängerin jetzt auf Platz 1 bei Spotify geschafft – allerdings mit einigen Tricks.
© W&V

Spotify: Mit Tricks auf Platz 1 geschummelt

Anitta? Nie gehört? Zumindest in den lateinamerikanischen Ländern ist die Latinpop-Sängerin seit Jahren ein Superstar. Nun schaffte es die 29-jährige Brasilianerin mit ihrem Hit "Envolver" (Deutsch in etwa: "Einschalten", "Aktivieren") erstmals auf Platz 1 der weltweiten Spotify-Charts. Dabei wurde der nicht allzu aufregende R&B-Song mit Shakira-Anleihen allein an einem einzigen Tag weltweit 6,4 Millionen Mal gestreamt. 4,1 Millionen dieser Streams kamen aus Anittas Heimatland Brasilien. Das deutet schon an, dass bei ihrem "Welthit" nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn wie Futurezone und die Tech-Website Rest of World berichten, haben Sängerin, Management und Plattenfirma bei den Spotify-Streams kräftig geschummelt.

Per Repeat in Dauerschleife

Die "Fake-Nummer-1" zeigt, wie sich Spotify-Streams nach wie vor manipulieren lassen. Das Management hatte die Anitta-Fans dazu aufgefordert, auf Spotify Playlisten mit dem Titel "Envolver" anzulegen. Sie sollten per Repeat in Dauerschleife laufen – aber auch andere Songs beinhalten. Denn Wiedergabelisten mit nur einem einzigen Stück sortiert Spotify als Bot-Tätigkeit aus. Ein Fan verrät, dass er "Envolver" an einem einzigen Tag auf mehreren Geräten über 2.000 Mal abgespielt hat. Darüber hinaus hat das Management der Anitta-Community empfohlen, mehrere Spotify-Profile anzulegen, um die Herkunft der Streams zu verschleiern.

Im Graubereich von Spotify

Dabei sollten die Fans immer nach 20 Streams das Profil wechseln. In einem Wettbewerb konnten die Zuhörer Bildschirmfotos ihrer Anitta-Streams teilen. Und auf einem Fan-Account bei Twitter heißt es: "An die Arbeit, Leute! Nutzt alle Spotify-Konten und vergesst nicht, alle 20 Mal das Konto zu wechseln." Die fleißigsten Streamer konnten dabei Premium-Abos von Spotify gewinnen – für noch mehr Streams. "Wenn ich mit Dir Liebe mache, werde ich Dich nicht einwickeln", verspricht Anitta im (höchst wollüstigen) Text von "Envolver". Zumindest bei den Spotify-Streams meint es die Sängerin nicht ganz so ehrlich. Weil die Nummer 1 aber offenbar ohne Bots zustande kam, dürfte die Aktion in den Graubereich der Nutzungsbedingungen fallen.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 11. April 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

Neueste Beiträge

Halleluja Sauna
WuV Community Icon Wie drei Brüder ihre Schreinerei zur Millionenmarke machten
Aus einer Schreinerei mit 500.000 Euro Umsatz bauten drei Brüder die bekannte Saunamarke „Halleluja“. Im W&V-Interview erklärt Geschäftsführer Simon Bauer, wie Werbung, Vertrieb und KI das Wachstum antreiben.
9 Minuten
14. Jul 2026
Agentic Commerce
WuV Community Icon KI im Handel: Warum Kunden die Kontrolle nicht abgeben
Mehr als jeder zweite Deutsche nutzt KI beim Online-Shopping, doch nur sechs Prozent würden ihr den Kauf überlassen. Das zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie. Für Händler beginnt der Wettbewerb um Vertrauen deshalb lange vor dem Checkout.
6 Minuten
14. Jul 2026
Interview
WuV Community Icon Darum landen viele Agenturen beim KI-Rollout im Chaos
KI-Tools gehören inzwischen zum Agenturalltag. Trotzdem bleibt der Produktivitätsschub oft aus. Tobias Hagenau erklärt, warum kulturelle und technische Hürden den KI-Rollout bremsen.
8 Minuten
14. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Audioproduktionen
WuV Community Icon Warum KI-Stimmen jetzt in den Deepfake-Check müssen
Ab August verlangt der EU AI Act mehr Transparenz bei Deepfakes und bestimmten KI-generierten Inhalten. RMS-CEO Stefan Mölling erklärt im W&V-Interview, was das für KI-Stimmen in Audiospots bedeutet.
9 Minuten
TechTäglich
Apple: Das sind die Pläne für 2023
Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit den Apple-Plänen 2023 und dem Besten zum Fest für die Kategorie "Fitness und Gesundheit".
4 Minuten
24. Nov 2022
Prozesschaos
WuV Community Icon Wie schlechte Prozesse das Marketing ausbremsen
Eine Allgeier-inovar-Studie zeigt, wie teuer ineffiziente Abläufe werden: Jeder dritte Beschäftigte verliert rechnerisch bis zu 28 Arbeitstage im Jahr. Im Interview erklärt Marketingleiter Boris Wöhlecke, warum KI allein daran wenig ändert.
8 Minuten
22. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige