Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Verdi schießt scharf gegen RTL-Stellenkürzungen

RTL Deutschland plant in seinem Zeitschriftensegment um den früheren Verlag Gruner + Jahr den Wegfall von rund 700 der 1900 Stellen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft spricht von einem Desaster und wirft dem Bertelsmann-Verlag Unfähigkeit vor.
© W&V

Nur wenige Stunden nachdem Bertelsmann CEO Thomas Rabe die Streichung von 700 Stellen am Hamburger Standort während einer Beschäftigtenversammlung verkündet hat, meldet sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und kritisiert die Zerschlagung und die Kündigung von Beschäftigten in dem europaweit anerkannten Zeitschriftenverlag RTL, ehemals Gruner+Jahr. V

erdi geht wegen der verbreiteten Teilzeit im Verlag von deutlich mehr Personen aus, die von Kündigungen betroffen sein werden. Grund für den Abbau, der "bis Ende 2025 schrittweise" erfolgen soll, ist die Einstellung von insgesamt 23 Zeitschriftentiteln.

Bertelsmann habe eine "Desaster" angerichtet

RTL Deutschland mit Hauptsitz in Köln hatte zum Jahr 2022 die deutsche Magazinsparte des Hamburger Verlagshauses in sein Portfolio integriert und erhoffte sich Synergien. Beide Bereiche gehören zum Bertelsmann-Konzern. In den vergangenen Monaten prüfte RTL das Zeitschriftenportfolio. Hamburg soll zwar als Zeitschriften-Standort erhalten bleiben, der weit überwiegende Teil des Stellenabbaus betreffe dennoch die Hansestadt. Allerdings nicht im redaktionellen Bereich, sondern in Verwaltungsbereichen, teilte der Publisher mit.

"Aus Unfähigkeit ein profitables und europaweit beachtetes Zeitschriftenhaus in die digitale Transformation zu führen, zerschlägt Bertelsmann nun den Magazinverlag RTL in Hamburg. Die fehlgeleitete Strategie aus Gütersloh schneidet dem Medienstandort Hamburg und der Presselandschaft ein großes Stück Vielfalt heraus. Ohne Rücksicht auf die Leistungen und den Wert der Verlagsbelegschaft werden nun hunderte Menschen ihre Arbeit verlieren, die bis jetzt noch zu den Gewinnen in der Bilanz des Konzerns beigetragen haben. Verdi wird sich mit den Beschäftigten gegen diese Entwicklung wehren und regt an, in Hamburg nach Alternativen für dieses vom Bertelsmann-Konzern angerichtete Desaster zu suchen, mit dem Ziel, Magazin-Vielfalt und Arbeitsplätze zu erhalten", erklärt Christoph Schmitz, für den Bereich Medien zuständiges Mitglied im Verdi Bundesvorstand.

Mitarbeitende und Gewerkschafter:innen übten bereits Protest

Vor dieser am 7. Februar 2023 von Thomas Rabe verkündeten Entwicklung hatten Verdi und die Medienpolitik der Stadt Hamburg gewarnt. Zuletzt waren mehr als 300 der Beschäftigten aus Protest gegen die jetzt verkündeten Pläne zu einer Demonstration vor dem Verlagshaus erschienen. "Das Entsetzen bei den Beschäftigten im Verlag ist groß, die Stimmung wird sicherlich in Widerstand gegen eine nicht nachvollziehbare Entscheidung von RTL/Bertelsmann umschlagen", so Schmitz weiter.

Du suchst spannende Anregungen rund um New Work und Employer Branding? Dann hol dir jede Woche den Newsletter Good Morning HR. Melde dich gleich an

Der Kununu-Gehalts-Check: Wo sich ein Marketing-Job besonders lohnt: Zur Auswertung.

Gleich am Morgen das Wichtigste aus Marketing, Agenturen und Medien erfahren? Starte mit dem W&V Morgenpost-Newsletter bestens informiert in den Tag. Melde dich hier an.

Neueste Beiträge

Halleluja Sauna
WuV Community Icon Wie drei Brüder ihre Schreinerei zur Millionenmarke machten
Aus einer Schreinerei mit 500.000 Euro Umsatz bauten drei Brüder die bekannte Saunamarke „Halleluja“. Im W&V-Interview erklärt Geschäftsführer Simon Bauer, wie Werbung, Vertrieb und KI das Wachstum antreiben.
9 Minuten
14. Jul 2026
Agentic Commerce
WuV Community Icon KI im Handel: Warum Kunden die Kontrolle nicht abgeben
Mehr als jeder zweite Deutsche nutzt KI beim Online-Shopping, doch nur sechs Prozent würden ihr den Kauf überlassen. Das zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie. Für Händler beginnt der Wettbewerb um Vertrauen deshalb lange vor dem Checkout.
6 Minuten
14. Jul 2026
Brand Diagnostics
WuV Community Icon Warum das Döner Croissant von Lidl so wahnsinnig erfolgreich war
Seit einem Jahr setzt Lidl mit einem eigenen Team auf das Thema Talkability und will damit im Gespräch der relevanten Community sein. Ob das gelingt und wie der Discounter das misst, haben die Verantwortlichen auf der CMCX in Köln verraten.
4 Minuten
14. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Gastbeitrag
WuV Community Icon Warum deutsche Brands Polen unterschätzen – und was das über internationale Markenführung verrät
Maik Politowski, Co-Founder und CEO von Keys4Media, erklärt im Gastbeitrag, warum Polen kein verlängerter DACH-Markt ist und was Brands daraus für internationale Markenführung lernen können.
7 Minuten
Eigenmarken
WuV Community Icon Kaufland: Warum Parkside und Co. den Herstellermarken gefährlich werden
Kaufland ersetzt eigene Non-Food-Marken durch bekannte Lidl-Labels. Im Gespräch erklärt Ralf Wiens, Mitglied der Geschäftsleitung Einkauf Nonfood bei Kaufland, wie die Schwarz Gruppe Reichweite, Fläche und Markenaufbau neu bündelt und welche Folgen das fürs Regal hat.
9 Minuten
29. Jun 2026
Rolf räumt auf
WuV Community Icon Cannes wird irrelevant
Das Straucheln von Volkswagen und BMW ist erst der Anfang. Der Wettbewerb findet nicht mehr zwischen Automarken statt, sondern zwischen Betriebssystemen, sagt Jochen Sengpiehl: Optimierung versus Geschwindigkeit. Eine Bestandsaufnahme aus Marketing-Sicht – insbesondere zu Sichtbarkeit und Kreativität.
4 Minuten
13. Jul 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige