Das Highlight-Event zum Jahresauftakt:
Deep, diskursiv und dynamisch: Der W&V Summit 2026 setzt Maßstäbe
In der Motorworld München versammelte sich an zwei Tagen das Who's who der Marketing-, Media- und Agenturwelt. Die knapp 1000 Besucher:innen steuern mehr als die Hälfte des deutschen Werbebudgets. Was sie umtreibt? In volatilen Zeiten den Kurs zu halten. Insights gab es dazu auf den prominent besetzten Panels, den Deep Dives und beim Networking. Bilder, Zitate, Learnings für euch.

Foto: Eventwave
Wir hätten es nicht besser planen können. Der erste Tag des W&V Summit 2026 überraschte mit einem Regenbogen, der sich über die Motorworld gespannt hat. Allerdings hatten wir keinen Topf voll Gold für die knapp 1000 Teilnehmer:innen und 62 Partner, sondern Panels und Deep Dives, die inspirieren und in die Tiefe gehen.
Der W&V Summit hat sich im inzwischen dritten Jahr zur wichtigsten Jahresauftaktveranstaltung der deutschen Marketing- und Medienbranche entwickelt. Die Veranstaltung in der beeindruckenden Motorworld in München war erneut restlos ausverkauft und hat weiter an Zuspruch gewonnen - von Gästen und Sponsoren.
Die Key-Learnings nach den zwei Tagen?
- Innovation braucht interne Freiräume statt Absicherungskultur
- Vertrauen ist die härteste Währung der Markenführung
- KI macht Kommunikation nicht automatisch besser
- Werbewirkung messen heißt: tiefer bohren (mehr dazu unten)
Ebenso begehrt wie die Tickets für den Summit selbst waren die Plätze beim Deutschen Mediapreis. Zur exklusiven Gala reisten Top-Entscheider:innen aus Marketing, Medien und Agenturen an, um die besten Ideen und Köpfe der Branche zu ehren.
Deutscher Mediapreis: Gala zum Jahresauftakt
Bereits am Vorabend des Summits versammelten sich rund 500 Gäste in der Motorworld zum Deutschen Mediapreis – dem wohl exklusivsten Get-together des Jahres für die Branche. Alles, was im deutschen Marketing, in Medien und Agenturen Rang und Namen hat, gab sich ein Stelldichein. Die Atmosphäre: festlich, voller Energie und mit dem Bewusstsein, dass die prämierten Cases die Benchmarks in Sachen Media sind.
-> Alle Sieger des DMP, die Mediapersönlichkeit des Jahres und die Bilder des Events.
High-Class Networking auf neuem Niveau
Am Folgetag öffnete der W&V Summit seine Pforten. Die Zusammensetzung des Publikums sprach für sich: ein Großteil der Teilnehmer:innen auf Top-Level-Entscheider:innen-Ebene, darunter vor allem Markenunternehmen und ein hoher Anteil an C-Level-Führungskräften. Die W&V Top 100 Lounge und die Top-U33-Community boten einmal mehr Raum für Austausch jenseits des offiziellen Programms – vertraulich, produktiv, auf Augenhöhe.
Neu im Programm: die W&V Marketing Challenge. Drei eingereichte Cases wurden von Teilnehmenden aus der Top-U33-Community durchdiskutiert und neue Lösungen erarbeitet, so dass die Marken mit handfestem Mehrwert zurück an ihr Business gehen konnten.
In den Deep-Dive-Sessions wurden ausgewählte Themen in die Tiefe geführt – gezieltes Networking mit Gleichgesinnten inklusive. An beiden Tagen herrschte nicht nur eine gelöste Stimmung, sondern auch ein hohes Engagement und Offenheit, um voneinander zu lernen und die brennenden Probleme gemeinsam anzugehen.
Publicis Group: Agentur des Jahres 2025/2026
Der Abschluss des ersten Konferenztags: die Auszeichnung als Agentur des Jahres. GWA-Präsidentin Larissa Pohl hielt die Laudatio auf die Publicis Group, die mit starkem organischen Wachstum von 5,6 Prozent weltweit und einem Rekordjahr im Neugeschäft überzeugte. Ihr Erfolgsmodell "Power of One" – bereits 2015/2016 initiiert – erwies sich in wirtschaftlich angespannten Zeiten als struktureller Vorsprung. Marken wie Mars, Telefónica o2 und PayPal, aber auch Bestandskunden wie MediaMarktSaturn und Mondeléz setzten auf das integrierte Arbeitsmodell der Gruppe.
Exzellente Panels – die wichtigsten Speaker:innen
Die Qualität der Panels und die Dichte der Speaker:innen markierten den Kern des Summits. Den Auftakt machte Ben Ballensiefen, CEO von Kantar für Deutschland und Zentral-/Osteuropa, mit seiner Keynote "Shape your brand future" – formuliert als Ode in drei Strophen, die ein Leitmotiv des gesamten Summits vorwegnahm: Vertrauen ist das Benzin für starke Marken. Erstmals präsentierte Kantar sein BrandZ-Ranking live auf dem Summit – Jonas Kütt, CMO von Kantar Germany, stellte ein zweistelliges Wachstum der deutschen Top-50-Marken vor. Die Telekom führt mit einem Markenwert von 124,6 Milliarden US-Dollar, Ulrich Klenke stand stellvertretend für ein Team von 200.000 Mitarbeiter:innen weltweit auf der Bühne.
Hochkarätig besetzt war auch das Panel zur Markenführung in volatilen Zeiten: Christian Hahn (Deutsche Telekom), Christine Wolburg (Volkswagen), Sebastian Bayer (dm) und Anja Martensen (The Trade Desk) diskutierten, wie sich die Spielregeln zwar verändern, die Grundlagen erfolgreicher Markenführung aber stabiler bleiben als gedacht. Beim Panel zur Werbewirkung debattierten Daniel Jäger (Deutsche Telekom / OWM), Thomas Töpfer (REWE Group), Christian Zimmer (Welect) und Dirk Bruns (Google Germany) über die unbequeme Wahrheit: Jeder zweite Werbeeuro trifft seine Zielgruppe nicht.
Sechs Kurzvorträge lieferten pointierte Thesen für das Marketing von morgen: Klaus-Peter Schulz (Die Mediaagenturen), Susanne Kunz (OWM), Lisa Groening (H&M), Nils Franzen (Penny / Rewe Group Media), Patricia Kircher (Rügenwalder Mühle) und Véronique Franzen (Publicis Media) sprachen über Innovation, Führung, Medienvielfalt und das neue Selbstverständnis von Agenturen. Das Agentur-Panel mit Florian Haller (Serviceplan) und Nina Haller (Muehlhausmoers) schärfte den Blick auf KI als Beschleuniger eines längst laufenden Umbaus. Im Abschlusspanel diskutierten Christian Loefert (T-Systems), Philipp Westerhoff (Geradin Partners) und Kerstin Niederauer-Kopf (AGF Videoforschung) digitale Souveränität und die Frage, ob der deutsche Werbemarkt noch eigenständig agieren kann.
Das Recap-Video zum W&V Summit 2026
Die besten Panel-Zitate
Ben Ballensiefen, CEO Kantar: "In einer Welt voller AI-Slop wird Wahrheit zum entscheidenden Faktor. Wahrheit ist die Grundlage für Vertrauen – und Vertrauen ist das Benzin für starke Marken."
Christine Wolburg, Brand-Chefin Volkswagen: "Das Marketing verändert sich extrem. Und trotzdem bleibt die Botschaft, die wir setzen wollen, die gleiche."
Sebastian Bayer, dm: "Am Ende des Tages kommt es auf einen einzigen Faktor an. Und das ist das Menschenbild, das wir haben."
Thomas Töpfer, REWE Group: "Wir haben festgestellt, dass neun von zehn Euro eigentlich nicht da ankommen, wo wir hinwollen."
Florian Haller, Serviceplan: "Der Kunde will nicht, dass die Agentur billiger wird, sondern leistungsfähiger. Effizienz muss als besseres Verhältnis von Leistung zu Preis verstanden werden – nicht als bloßes Sparprogramm."
Stephan Giest, CEO Philipp und Keuntje: „KI spart kurzfristig Kosten, aber ruiniert langfristig die Marke.“
Die Key Learnings für CMOs
Vertrauen ist die härteste Währung der Markenführung
In einer Welt, in der KI Content in Sekunden produziert und Desinformation wächst, wird Authentizität zum entscheidenden Markenwert. Starke Marken schaffen Orientierung, weil sie Vertrauen aufgebaut haben – und Vertrauen ist, wie Kantar-CEO Ben Ballensiefen es formulierte, das Benzin für langfristiges Wachstum. Bei den stärksten Marken kann der Markenwert bis zu 50 Prozent des gesamten Unternehmenswerts ausmachen.
Marketing muss in der Sprache des CFO sprechen
CMOs stehen stärker denn je unter Druck, den Beitrag von Marketing zum Unternehmenserfolg zu belegen – in der Sprache der Geschäftsführung. Das bedeutet: nicht nur über Marketing-KPIs sprechen, sondern zeigen, wie Marke zu Revenue, Marktanteil, Preisprämien und Shareholder Value beiträgt. Das Marketingbudget liegt heute im Schnitt bei nur noch 7,7 Prozent des Unternehmensumsatzes – ein Argument für klarere Wirkungsnachweise.
KI macht Kommunikation nicht automatisch besser
KI ist ein Effizienz- und Produktionstreiber, aber kein Ersatz für Strategie und Storytelling. Christian Hahn (Telekom) brachte es auf den Punkt: Sichtbarkeit entsteht nicht durch KI, sondern durch eine vernünftige Geschichte. In einem Markt mit 20 Millionen Werbeeinblendungen pro Sekunde entscheidet am Ende Relevanz und emotionale Verfügbarkeit – nicht die Lautstärke.
Marke und Performance gehören zusammen – nicht gegeneinander
Die 60/40-Regel bleibt aktuell: Wer nicht erst in die Marke investiert, kann später nichts abschöpfen. Nachhaltiges Wachstum entsteht durch die Balance aus langfristigem Markenaufbau und kurzfristiger Aktivierung. Viele ROI-Modelle berücksichtigen nur kurzfristige Effekte – die langfristigen Baseline-Effekte einer starken Marke werden systematisch unterschätzt.
Werbewirkung messen heißt: tiefer bohren
Neun von zehn Werbe-Euro erreichen ihr Ziel nicht – so die ernüchternde Diagnose von Rewe-Media-Experte Thomas Töpfer. Oberflächliche Metriken wie kurze Video-View-Rates erzeugen kaum Memory-Effekte. Die Branche braucht qualitative Wirkungsmessung statt quantitativer Reichweitenlogik – und Standards, die kanalübergreifend vergleichbar machen, was digitale Werbung tatsächlich leistet.
Innovation braucht interne Freiräume statt Absicherungskultur
Die eigentliche Innovationsbremse sitzt nicht im Markt, sondern in den Unternehmen selbst: starre Hierarchien, Silos und eine Fehlerkultur, die Neues verhindert. In wirtschaftlich angespannten Zeiten wäre mehr Investitionsbereitschaft nötig – tatsächlich dominieren Absicherung und Risikovermeidung. Innovationsresilienz ist in unsicheren Zeiten wichtiger als reine Effizienz.
Führung ist ein Wettbewerbsfaktor
Erfolgreiche Organisationen der nächsten Jahre sind nicht jene mit den meisten Tools, sondern jene, die sichere Räume für Widerspruch, Feedback und unfertige Ideen schaffen. Kultur ist kein weiches Randthema – sie ist ein harter Vorteil im Wettbewerb. Lisa Groening (H&M) formulierte es klar: Nicht die lauteste Stimme soll sich durchsetzen, sondern die beste Idee.
Die Zielgruppe 50plus ist der blinde Fleck der Branche
Sie generiert den Großteil der Konsumausgaben in vielen Kategorien, hat die höchste Kaufkraft aller Altersgruppen – und wird in der Werbung weitgehend ignoriert oder mit Klischees bedient. Während ständig neue Studien über Gen Z erscheinen, bleibt die kaufkräftigste Gruppe untererforscht. Nur fünf Prozent der Kreativen in Agenturen sind über 50 – und das zeigt sich.
Agenturen müssen Ownership statt Output verkaufen
Wenn KI standardisierten Output günstiger und schneller produziert, verliert reine Produktion an Wert. Die Agentur der Zukunft verkauft nicht mehr nur Stunden und Ergebnisse, sondern Verantwortung: für Wirkung, für Steuerung, für die sinnvolle Anwendung von Technologie. Wer sich weiterhin über Prozessmasse und abrechenbare Stunden definiert, gerät unter Druck.
Digitale Souveränität ist eine Markt-Infrastrukturfrage
Wenn Reichweite, Daten, Sichtbarkeit und Infrastruktur maßgeblich von internationalen Plattformen abhängen, wächst die Abhängigkeit. Plattformen, die zugleich Anbieter, Messinstanz und Regelsetzer sind, schaffen keine vergleichbaren Marktbedingungen. Unabhängige Reichweitenmessung ist keine Spezialfrage der AGF – sie ist eine Grundlage für fundierte Budgetentscheidungen der gesamten Branche.
Die wichtigsten Debatten beim W&V Summit 2026
BrandZ-Ranking: Telekom, SAP und Siemens führen das Feld an
Kantar-CEO Ben Ballensiefen: "Vertrauen ist das Benzin für starke Marken"
Top 100 meets Top U33: Die besten Bilder
Die Publicis Groupe ist Agentur des Jahres 2025/2026
Zwischen Effizienz und Verschwendung: Wie Rewe, Telekom & Co. auf messbare Wirkung setzen
Die Werbebranche ist im Jugendwahn - und ignoriert ihre besten Kunden
In volatilen Zeiten: So halten Volkswagen, dm & Co. ihre Marke hoch
Der Shop verliert seine Sonderrolle, die Marke nicht
Die Zukunft des Marketings entscheidet sich nicht am Tool
Save the Date: W&V Summit 2027
Nach der erfolgreichen Ausgabe 2026 steht bereits der Termin für das nächste Jahr fest. Der W&V Summit 2027 wird wieder in der Motorworld in München stattfinden. Jetzt vormerken – und frühzeitig einen der begehrten Plätze sichern.
Vormerken: 10. & 11. März 2027 | München
Impressionen von zwei Tagen voller Inspiration und Networking
Haltung, Mut und die Fähigkeit, auch unter Druck seinem Kurs treu zu bleiben: Das zeichnet die W&V Top 100 aus. >>> Hier findest Du alle W&V Top 100/2026: Menschen, die vorangehen.
Wie dich Marketingstrategien und Kampagnen weiterbringen? Jeden Dienstag im Marken-Newsletter >>> W&V Brand Diagnostics












