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Lesedauer 3 Min.

So dramatisch speckt Lidl sein Non-Food-Sortiment ab

Der Absatz von Non-Food-Waren liegt bei Lidl weit unter den Planzielen. Der Discounter sieht sich daher zu drastischen Maßnahmen gezwungen.
© W&V

Dass sich die steigende Inflationsrate vor allem auf den Einzelhandel auswirkt ist nichts neues, Discounter Lidl sieht sich jetzt aber zu drastischen Maßnahmen gezwungen und "zieht die Reißleine" im Non-Food-Bereich, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Und das, obwohl das Non-Food-Geschäft mit einer Spanne von 40 Prozent nach den Backstationen der zweitprofitabelste Sortimentsbereich ist, wie die LZ erfahren hat. Das Problem: Die hohen Einlagerungskosten zerstören die Bilanz. Und zur Zeit liegt viel Ware auf Lager, denn der Absatz fällt drastisch geringer aus als geplant. Laut LZ liegt die Zielmarke von 15 Prozent außer Reichweite, in den meisten Ländern – auch in Deutschland – liegt der Anteil laut Insidern aktuell sogar unter zehn Prozent. Bei einem Umsatz von 100 Milliarden Euro entspricht jeder Prozentpunkt, der im Nonfood-Geschäft wegbricht, einer Milliarde Euro. Die Non-Food-Bestellungen der Verantwortlichen aus den über 30 Lidl-Ländern für 2023 sei daher drastisch geringer ausgefallen, als erwartet.

Dramatische Umsatzrückgänge bei allen Waren über 20 Euro

Nachdem die Inflationsrate im Mai auf 7,9 Prozent gestiegen war, ist sie zuletzt im Juli auf 7,5 Prozent gesunken, dennoch lag der Anstieg der Nahrungsmittelpreise auf Jahressicht bei zuletzt 14,8 Prozent von Monat zu Monat. Vor allen Dingen Brot- und Getreideerzeugnisse, Quark, Sahne, Eier wurden teurer. Zusätzlich schwächen steigende Energiepreise die Kaufkraft. Entwicklungen, von denen Discounter-Klientel am meisten betroffen ist. "Bei allem über 20 Euro gibt es dramatische Rückgänge", sagt ein Discount-Manager gegenüber LZ, "unabhängig von der Preiswürdigkeit". Eine Entspannung der Lage ist nicht abzusehen, Expert:innen rechnen laut Frankfurter Allgemeine Zeitung sogar mit einem erneuten Anstieg der Inflationsrate ab September und Oktober um die 10 Prozent. Mit als Grund werden der Wegfall des Neun-Euro-Tickets und des Tankrabatts angegeben.

Auch Aldi muss sich den Entwicklungen anpassen

Auch bei Aldi ist der Umsatzanteil mit Non-Food laut LZ-Recherchen unter 20 Prozent gesunken. Ein Insider verriet dem Magazin, dass es "im Moment erhebliche Größenordnungen an Restanten auf der Fläche" gebe, die stark reduziert seien. "Das verringert die Marge deutlich." Dennoch liege der Umsatzanteil mit Non-Food laut einem "Aldi-Kenner" wohl noch bei 15 Prozent. Die LZ führt an, dass Aldi in Sachen Flächenproduktivität vor Lidl liege, in einem Bericht des Spiegels vom Mai jedoch heißt es, dass genau diese weit schlechter als die des Erzrivalen sei. Bereits damals wurde sortimentsübergreifend auf steigende Preise bei Aldi spekuliert, um der Entwicklung gegenzusteuern - vor allem bei den Backwaren. Im Non-Food-Bereich jedenfalls scheint sich auch Aldi anzupassen: "Wir stehen mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern in engem Austausch, um mit unserer Angebotsstruktur und Warendisposition auf weitere Entwicklungen eingehen zu können", beantwortet Aldi Nord die LZ-Anfrage. "Die Situation fordert insgesamt mehr Flexibilität."

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