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Bayern-Krimi: Rosenheim-Cops zum Selberspielen

Ein neuer PC-Krimi beamt Rollenspieler 157 Jahre zurück in die Vergangenheit. Im Königreich Bayern wird 1866 Großbauern-Sohn Lenz ermordet – und ein bayrischer Sherlock Holmes übernimmt die Ermittlungen.
© W&V

Bayern-Krimi: Rosenheim-Cops zum Selberspielen

Laptop und Lederhosen: Der Bayern-Mix des ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ist über die Landesgrenzen des Freistaats hinaus legendär. Nun gibt es ein Spiel, das am Laptop läuft, und in dem sich die Helden die Lederhosen auf gar keinen Fall ausziehen lassen. "A Bavarian Tale: Totgeschwiegen" ist ein PC-Rollenspiel, das im Jahr 1866 im Königreich Bayern spielt – und in dem der Ermittler Valentin Schmidt einen Mord aufklären muss.

Im Auftrag des Märchenkönigs

Er kommt im Auftrag des späteren Märchenkönigs Ludwig II. vor 157 Jahren ins oberbayerische Dorf Wolpertshofen, um einen sogenannten Physikatsbericht zu erstellen – eine Art frühe Volkszählung. Es sind unruhige Zeiten. Bayern und Österreich haben gerade die Schlacht bei Königgrätz verloren, Preußen wird in der Folge Führungsmacht in Deutschland. Und auch in Wolpertshofen ist Aufruhr. Denn nach einem Wirtshauskrach liegt Großbauern-Sohn Lenz tot auf der Straße. Bürgermeister Griesbacher beauftragt Valentin Schmidt, wenn er schon mal da ist, den Mord aufzuklären.

Ermitteln mit Brezen und Weißwürsten

In typischer Rollenspielmanier unterhält sich der weiß-blaue Sherlock Holmes mit Gott und der Welt – und das in bestem Bairisch. Wer nördlich des Weißwurstäquators damit Probleme hat, kann hochdeutsche Untertitel einschalten. Valentin Schmidt kommt der Lösung immer näher, und verbessert seine Fähigkeiten mit dem fleißigen Essen von Brezen und Weißwürsten. Die Geschichte ist so charmant und zünftig mit vielen historischen Verweisen erzählt, dass man dem kleinen Münchner Studio Active Fungus ein paar Schnitzer gerne verzeiht. So sehen die Gesichter der Dorfbewohner arg derb und grob aus. Und in der aktuellen Version des Spiels stecken noch einige Fehler, die die emsigen Entwickler jetzt aber nach und nach ausbügeln. Das "bayerische Märchen" ist eine Art "Rosenheim-Cops" zum Selberspielen – und damit eine Mordsgaudi. (Für PC, ohne Altersangabe, 15 Euro)

Das sind die Themen von TechTäglich am 21. Februar 2023:

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