Community Marketing
Wie 8089 falsche Mails für Essence zum Erfolg wurden
Am 21. Mai 2026 um 14.40 Uhr passiert beim Essence Club das, was im Marketing eigentlich nicht passieren sollte: Statt des geplanten Mailings landet ein weitgehend leeres Template in den Postfächern von 8.089 Club-Mitgliedern in Deutschland und den Niederlanden.
Für die Cosnova-Marke Essence war das eigentlich kein großer Krisenfall. Aber einer jener kleinen Fehler, bei denen Markenkommunikation schnell unangenehm werden kann: ignorieren, möglichst nüchtern korrigieren – oder versuchen, aus dem Missgeschick etwas zu machen? Das Team entschied sich für die letztere Variante.
Vier Stunden vom Fehler bis zur Aktivierung
Direkt nach dem Versand definierte das Essence-Team drei Prinzipien für die Reaktion: Schnell sein. Transparent mit dem Fehler umgehen. Und so kommunizieren, wie die Marke auch sonst mit ihren Fans spricht. Eine formelle Unternehmensentschuldigung passte aus Sicht des Teams nicht zu Essence. Die Kommunikation mit der Community orientiert sich eher an einem informellen „Bestie-Vibe“.
Um 19.20 Uhr, also weniger als fünf Stunden nach dem Fehlversand, ging deshalb die zweite Mail heraus. Statt den Fehler lediglich zu korrigieren, machte Essence ihn selbst zum Thema.
„Huch, da ist uns vor Schreck fast das Make-up verrutscht“, lautete die Idee, aus der die Reaktion entstand.
Essence entschuldigte sich für das Versehen und forderte die Club-Mitglieder gleichzeitig auf, ihre eigenen peinlichen oder chaotischen „Fail-Momente“ zu erzählen. Die ersten 50 Teilnehmer sollten ein Fixing Spray erhalten – mit dem passenden Gedanken, dass beim nächsten Missgeschick zumindest das Make-up hält. Damit wurde aus einer einfachen Korrekturmail eine kleine CRM-Aktivierung.